Digitalfalle im Urlaub oder: Entspannt am Strand bis der Chef whatsappt

Sorry, ich bin im Urlaub. Aber Sie können mich natürlich jederzeit erreichen“. Kennen Sie den Satz? Haben Sie ihn selbst schon zu Chefs, Auftraggebern und Kunden gesagt? Dann sind Sie in bester Gesellschaft – mit über zwei Drittel aller Deutschen. Das ergab eine aktuelle Bitkom-Studie.

Von Jens Kügler

Was ist eigentlich Urlaub? Viele Arbeitgeber verstehen darunter eine Sozialleistung an ihre Mitarbeiter. Ein Zugeständnis aus purer Freundlichkeit. Natürlich liegen sie falsch. Urlaub und Freizeit sind notwendige Erholungsphasen zur Gesunderhaltung und geistigen Frische. Das gilt umso mehr für Menschen, deren Arbeit ein Broterwerb und nicht „die“ Berufung und zu 100 Prozent ihre Herzenssache ist. Kurzum: für die allermeisten Arbeitnehmer.

Urlaub ist Urlaub – und wer weg ist, ist „dann mal weg“. So war es – bis zu den segensreichen Erfindungen der mobilen digitalen Kommunikationstechnik. Allen voran das Handy. Der Digitalverband Bitkom veröffentlichte jüngst, exakt zur Urlaubszeit, eine Studie. In der Umfrage hatten 71 Prozent der deutschen Berufstätigen angekreuzt, dass sie im Urlaub für ihre Chefs erreichbar seien.

Will heißen, 71 Prozent schalten auch am Strand, am Pool und auf der Sonnenliege nicht richtig ab, um ihre physischen wie psychischen Akkus wieder aufzuladen. Das Ladegerät fürs Handy ist zum ständigen Begleiter geworden, nicht aber das für die mentale Fitness. Geladen werden die falschen Akkus. Per Anruf erreichbar sind 58 Prozent der Umfrage-Teilnehmer. 38 Prozent beantworten die dienstlichen E-Mails – ob auf „Malle“ oder Malediven. Ganze 28 Prozent tauchen wirklich ab und lassen sich im Urlaub vom Dienstherren nicht stören. Mutige 28 Prozent. Oder solche mit Chefs, wissen wofür das Urlaubsrecht erkämpft wurde und dass der Mensch die Ruhe braucht.

Was versteht der Verband Bitkom eigentlich selbst unter ständiger Erreichbarkeit? Der Infodienst Statista.de zitiert den Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder mit den Worten: „Digitale Technologien ermöglichen ein flexibles und selbstbestimmtes Arbeiten – zu jeder Zeit und an jedem Ort“. Korrekt. Und es besteht kein Zweifel daran, dass die Flexibilität ein Gewinn an Produktivität und Lebensqualität sein kann. Das beweist sich jeder selbst, der wie ich regelmäßig mit dem Notebook am Strand in der Sonne, entspannt im Café oder im Zug zum Geschäftstermin arbeitet. Wer hingegen einen Chef hat, der Freizeit nicht von Arbeitszeit trennen kann, landet statt in der digitalen Freiheit in einer wahren Gefangenschaft. In der Digitalfalle.

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… und plötzlich ist das alte Eisen Gold wert

Jugendwahn am Arbeitsmarkt? Von wegen! Immer mehr Chefs bitten ihre älteren Arbeitnehmer: Bleibt, statt in Rente zu gehen! Und letzte Woche vermeldeten die Medien, dass immer mehr Ältere einwilligen. Klar: Ihre Renten sinken. Und die Unternehmen möchten dem drohenden Fachkräftemangel entgegenwirken. Doch sind die Gründe alleine demografisch?

Von Jens Kügler

Ab 50 Jahren altes Eisen: Vorbei sind diese Zeiten! Von den Morgenmagazinen im Fernsehen bis hin zu Fachpublikationen wie der Wirtschaftswoche klang kürzlich etwas Anderes unisono. Nämlich Etwas, wofür die Redakteure auf wiwo.de eine schöne Formel fanden: „Wertschätzung für alte Hasen: Erfahrung ist Gold wert“. Will heißen, die Firmen brauchen ihre „alten Hasen“ nicht nur wegen des demografischen Wandels. Sie schätzen sie auch. Auf einmal – oder endlich wieder. Die alten Hasen sind auf einmal die Füchse!

Vergessen erscheinen die Vorurteile: Ältere Leute sind dauernd krank und weniger leistungsfähig. Und allem voran: Ältere Leute sind nicht mehr lernfähig. Was hören wir stattdessen? Wir Menschen können ein ganzes Leben lang lernen! Die heutigen „Alten“ sind andere als die vor 20 Jahren. Früher kamen über 60-Jährige nicht mit dem Computer klar. Heute bedienen sie ihre Smartphones wie die Jungen. Was hören wir noch? Die Alten sind unverzichtbar! Woher dieser Bewusstseinswandel? Konservativen Schätzungen zufolge verliert Deutschland bis 2030 sechs bis sieben Millionen Fachkräfte aus der Regelbeschäftigung in die Rente, so stand auf wiwo.de zu lesen. In vielen Branchen nimmt der Mangel an Qualifizierten schon jetzt beängstigende Formen an.

Nun aber entdecken die Unternehmen nicht nur, dass ihre Werkbänke bald verwaisen könnten. Auf einmal erkennen auch viele, was sie an ihren Altgedienten haben. In ihren jahrzehntelangen Berufserfahrungen liegt Riesen-Potenzial. Warum erkennt man es erst jetzt? Es ist doch logisch, dass jahrzehntelang Beschäftigte die Prozesse und Strukturen in den Unternehmen ihrer Branchen wie ihre Westentasche kennen. Sie wissen genau, wo sie andocken müssen, um ein Projekt erfolgreich durchzuziehen. Die Alten stehen zudem loyal zum Unternehmen. Jobwechsel aus Karrieregründen erscheint für sie nicht mehr notwendig. Und ihre Coolness und Souveränität in Kundengesprächen und Verhandlungen? Da sind die Jungen noch lange Greenhorns dagegen!

Spät erkennen viele Unternehmen dies, hoffentlich nicht zu spät. Es sind vor allem die Konzerne, die das Demografie-Problem verstanden haben. Bei der Deutschen Bahn zum Beispiel gibt es seit einigen Jahren einen „Demografie-Tarifvertrag“. Ältere Arbeitnehmer mit belastenden Tätigkeiten können ihre Arbeitszeit auf 81 Prozent verringern und erhalten dafür 90 Prozent ihres Gehaltes. Seit Ende 2015 hat sich die Zahl der Nutzer dieses Tarifvertrages verdreifacht.

Schlechter sieht es im Mittelstand aus, dem Motor der deutschen Wirtschaft. Hier steht das operative Geschäft stets im Vordergrund. Ressourcen wie eine vorausplanende Personalabteilung sind die Ausnahme. Gehandelt wird oft erst aus der Not heraus.

Dabei genügen oft nur Kleinigkeiten, um die Arbeitsbedingungen so gestalten, dass die Älteren gesund und motiviert weiterarbeiten möchten. Die Möglichkeiten reichen von der Altersteilzeit über Home-Office-Arbeit, Work-Life-Balance und Sport- oder Gesundheits-Angeboten bis hin zur ergonomischen Arbeitsplatz-Gestaltung. Sei es mit höhenverstellbaren Arbeitstischen, rückenfreundlichen Stühlen oder größeren Computerbildschirmen.

Mit etwas gutem Willen kann man ältere Fachkräfte nicht nur im Unternehmen halten, sondern auch ältere Arbeitswillige und Renten-Unwillige hinzugewinnen. Kurzum, der Mittelstand muss Fischen lernen: Fachkräfte-Angeln statt Fachkräfte-Mangel!

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Kulturrevolution der arbeitenden Jugend

Deutschen Unternehmen steht eine Revolution der Firmenkultur bevor. Die Generation Y stellt die traditionelle Arbeitswelt in Frage – und sie kann es sich leisten. Denn auf die Jugend können die Unternehmen nicht verzichten. Was sich ändern wird? Eine aktuelle Studie deutet es an.

Von Jens Kügler

Jeden Monat veröffentlicht das Karriereportal Stepstone seinen „Fachkräfteatlas“. Für ihn wertet es nach eigenen Angaben mehr als zwei Millionen Stellenanzeigen des deutschen Arbeitsmarktes aus. In die Version aus dem Mai 2017 flossen auch die Ergebnisse einer Studie mit mehr als 25.000 Fach- und Führungskräften ein. Unter ihnen befanden sich rund 3.000 Absolventen und Berufseinsteiger. Was diese jungen Leute zu sagen haben, wird angesichts des prognostizierten Fachkräftemangels für ihre Arbeitgeber immer relevanter.

Schon seit einigen Jahren hören wir, dass den jungen Berufsstartern die Faktoren Freizeit, Familie und Leben wichtiger sei als die Höhe des Gehaltes. Und richtig: Die aktuelle Stepstone-Studie bestätigt dies. 81 Prozent gaben an, dass die Work-Life-Balance für sie entscheidender zur Wahl eines Unternehmens beiträgt. Doch das ist noch nicht einmal die Top-Position in der Hitliste der Wünsche der Millennials. Noch höher – mit 83 Prozent – bewerten sie die Wertschätzung ihrer Arbeit. Aufhorchen lässt die Nummer eins ihrer Anforderungen. 89 Prozent legen am meisten Wert auf die gute Beziehung zu ihren Kollegen.

Wenn ein menschlicheres Arbeitsklima darüber entscheidet, wer die Köpfe im War for Talents gewinnt, wird sich in vielen Unternehmen Vieles ändern müssen. Aber in diesen Veränderungen liegt ein noch viel größeres wirtschaftliches Potenzial als das, was die jungen Fachkräfte selbst bieten. Denn vom „besseren Verhältnis“ untereinander profitieren alle Mitarbeiter – von der Generation Y bis 50 Plus, vom Chef bis zum Azubi. Bekanntlich arbeiten Teams mit gutem Betriebsklima motivierter und produktiver. Die Millennials werden die Firmenkultur zu ihren Gunsten und zugunsten ihrer Unternehmen verändern. Das ist die Kulturrevolution der jungen Arbeiter. Eine Chance für unsere Wirtschaft.

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Arbeit im sozialen Jetlag

Starre Arbeitszeiten sind unproduktiv, ja ungesund. Sie zwingen die Menschen, gegen ihre innere Uhr zu arbeiten. Mit ihnen schädigen Unternehmen sich und ihre Mitarbeiter. Eine zu gewagte These? Nicht, wenn man die Ergebnisse von Forschern interpretiert …

Von Jens Kügler

Eine Forscher-These lautet: Mindestens die Hälfte aller Deutschen leben in einem permanenten sozialen Jetlag. Ihre innere Uhr tickt anders als es die Arbeitszeiten erzwingen wollen. Diese Feststellung stammt von Till Roenneberg, Professor am Institut für Medizinische Psychologie der Ludwig-Maximilians-Universität München. Auf ihn hatte mich eine Kollegin aufmerksam gemacht, kurz nachdem der Artikel von letzter Woche mit dem Thema „innere Uhr“ online gegangen war. Veröffentlicht wurden seine Erkenntnisse unter anderem auf Focus Online.

Was bedeutet sozialer Jetlag? Zwei Beispiele machen dies deutlich. Beispiele, in denen sich fast alle von uns wiederfinden dürften. Die Einen stehen frühmorgens lustlos auf und fühlen sich wie aus dem Tiefschlaf gerissen. Bis vormittags vegetieren und arbeiten sie in einer Art Halbschlaf. Erst kurz vor Feierabend laufen sie zur Hochform auf. Bei den Anderen ist es genau umgekehrt: Sie sind morgens früh fit, haben trotzdem meinetwegen Spätschicht, ermüden aber bereits am Nachmittag und müssen womöglich bis spätabends krampfhaft konzentriert an Sitzungen teilnehmen.

Professor Roenneberg vergleicht diesen Zustand mit dem eines Menschen, der in München leben, aber nach Moskauer Zeit arbeiten muss. Sprich, er hat drei Stunden früher aufzustehen. Seine innere Uhr geht nach. Der Wecker jagt ihn aus dem Bett, während sein Körper noch schläft. Der Stoffwechsel, die Hormonproduktion – alles befindet sich noch im Sleep-Modus. „Jeder ist ein anderer Chrono-Typ“, erklärt der Forscher. Und er unterscheidet bei den Chrono-Typen zwei Extreme: Eulen und Lerchen. Lerchen sind die Frühaufsteher. Wie die meisten Kinder und älteren Menschen schlafen sie abends früh ein und sind morgens früh fit. Die Eulen sind wie die meisten Jugendlichen, Spät-Typen. Im Erwachsenenalter – ab etwa 20 Jahren – bestimmen die Gene, ob jemand zur Eule oder zur Lerche tendiert. Ihre innere Uhr wird in jedem Fall molekularbiologisch gesteuert.

Wie sehr quälen wir uns? Wie sehr werden wir von unseren Arbeitgebern gequält? Das kann am intensivsten nachempfinden, wer ständig zwischen Früh- und Spätschicht oder Tag- und Nachtschicht wechseln muss. Wie beim Jetlag braucht der Körper mehrere Tage zum Umstellen, doch man gibt ihm diese Tage kaum. Und dann kennen wir alle dieses Wochenend-Feeling: Schnell taktet sich der Körper besonders der Eulen wieder in einen gesunden Biorhythmus ein. Umso schwerer hat er es dafür am Wochenstart, siehe Artikel Montag-Morgen-Blues.

Die Folgen sind nicht nur Müdigkeit, Schlafstörungen und Konzentrationsschwäche an der Arbeit. Auch erhöht sich das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen nachweislich. Ebenso von Burnout. Was heißt das? Arbeit macht tatsächlich krank – wenn sie biologisch falsch getaktet ist!

Selbstverständlich kann nicht jedes Unternehmen, nicht jede Abteilung von Mitarbeitern leben, deren Arbeitszeiten sich nur marginal oder gar nicht überschneiden. Aber ich bin mir sicher: Viele, ja sehr viele Unternehmen könnten die Gesundheit und die Produktivität ihrer Mitarbeiter fördern, wenn sie mehr auf die biologischen Gesetzmäßigkeiten eingingen.

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Vier produktive Morgen-Routinen

Wir alle wissen es: Der Start am frühen Morgen beeinflusst den Ablauf des ganzen Arbeitstages. Und zwar positiv oder negativ. Gut ist, dass wir selbst unseren Start weitgehend „manipulieren“ können.

Von Jens Kügler

Sicher, nicht vor jedem schlechten Start ist man gefeit. Ein Beispiel: Wenn morgens früh um acht in der Eingangspost ganz oben die Anwalts-Drohung eines Kunden liegt, sind die „guten Vorsätze“ natürlich obsolet. Doch … die wenigsten Tage starten mit so schlechten Nachrichten. Die allermeisten bedeuten „Business as usual“. Und diese Tagesstarts kann man – sagen wir – im Kopf optimieren.

Auf die innere Uhr hören, nicht auf die Stechuhr.

Eine US-amerikanische Studie hat unlängst herausgefunden, dass Frühaufsteher produktiver sind – aber nur in Unternehmen mit festen Arbeitszeiten und frühem Arbeitsbeginn. Klar: Wer nicht vor Mitternacht einschlafen kann, wird nicht Tag für Tag um sechs Uhr früh so fit sein wie jemand, der früh zu Bett geht. Der beste Wecker für Produktivität ist die innere Uhr. Und wer später startet, hält auch länger durch. So gesehen können starre Arbeitszeiten einem Unternehmen sogar schaden, denn sie bremsen das Potenzial zum Beispiel von Spätstartern aus. Denn jeder braucht genügend Schlaf, aber nicht jeder schläft zur gleichen Zeit.

Den Arbeitsbeginn so leicht wie möglich gestalten.

Ein mulmiges Gefühl hat, wer morgens mit der Gewissheit in die Arbeit geht, sofort die wichtigste Entscheidung des Tages treffen zu müssen. Den Tag stattdessen mit einfachen, gern gemachten Tätigkeiten zu beginnen, bringt einen „Flow“ und ermöglicht ein paar erste kleine Erfolgserlebnisse nach dem Motto: Ja, wieder etwas geschafft! Nach eins, zwei Stunden ist man „drin“ in der Routine und dadurch auch aufnahmefähiger.

Vor allem aber gilt es, den Tag nicht unvorbereitet zu starten. Viele erfolgreiche Manager sorgen bereits am Abend für den Morgen vor. Sie schreiben sich beispielsweise die drei wichtigsten Tätigkeiten auf, die sie am folgenden Tag erledigt haben wollen. Sie legen zuhause ihre Kleidung zurecht und packen ihre Aktentasche fertig. Wenn sie ihren Tag mit einer Runde sportlichen Trainings beginnen möchten, schlafen sie sogar in ihrer Sportkleidung. Im Sportdress aufzuwachen spornt zum Training an.

Vorgehen nach dem Motto: Design Your Wake-up

Es muss nicht der ewig gleiche „I got you babe“-Radiowecker aus dem Film „Und täglich grüßt das Murmeltier“ sein. Bewährt hat sich aber bei vielen Menschen eine Morgenroutine. Die einen praktizieren Yoga. Andere nehmen sich ihr Viertelstündchen, um Zeitung zu lesen. Für wieder andere ist der gemütliche Kaffee am Frühstückstisch ein liebgewordenes Ritual. All diese Rituale sind kleine Morgenhelfer. Sie erden uns, sie minimieren den Stress, sie lassen wenig Platz für negative Gedanken.

Bewegen. Denn das befreit auch den Kopf.

Es ist nicht jedermanns Sache, morgens eine Stunde früher aufzustehen, um beispielsweise zu joggen. Anderen Leuten wiederum hilft dieses sportliche Vergnügen am Tagesstart. Warum? Weil Sport mit einem gewissen Leistungsanspruch auch für das Ausschütten von Glückshormonen sorgt. Wer kann, sollte mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren. Ich selbst genieße die tägliche halbe Stunde auf dem Rad in der frischen Luft. Im Büro angekommen, bin ich eins ganz sicher: wach und fit.

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Sofort abstellen: die drei größten Motivations-Töter!

Wähne ich da ein Gähnen? Ein „schon wieder dieses Thema …!“? Möglicherweise. Schließlich werden die „Do’s and Dont’s“ der Mitarbeiterführung überall wie Mantras herunter gebetet. Führungskräfte lernen sie in den ersten Lektionen ihrer Personalentwicklungs-Seminare. Doch beim Blick in die Praxis vieler Unternehmen wird klar: Sie können nicht oft genug wiederholt werden.

Von Jens Kügler

Motivations-Killer Nummer eins von Führungskräften: Nur meine Meinung zählt (denn nur ich hab genug Ahnung)!

Hand auf’s Herz: Wer mag schon nix zu sagen haben? Jeder wünscht, dass seine Meinung ernst genommen wird – Fachkompetenz und Erfahrung hin oder her. Kaum zu motivieren sind Teams, in dem jeder das Gefühl hat, dass der Boss über seinen Kopf hinweg entscheidet, einfach so. Anders sieht es aus, wenn der Chef seine Mitarbeiter in die Entscheidungsprozesse einbezieht und ihnen ein Stück weit Mitverantwortung überträgt. Einzelkämpfer-Chefs rackern sich ab. Ihr Team zieht nicht mit. Teamplayer holen mehr heraus. Sie verbessern das Betriebsklima und machen ihre Mannschaft produktiver.

Motivations-Killer Nummer zwei: Fehler sind verboten – und Strafe muss sein!

Hand auf’s Herz: Wer macht schon absichtlich Fehler? Niemand – außer er möchte die Firma absichtlich schädigen, vielleicht als Rache für Meinungs-Missachtung oder aus Schadenfreude wegen einer im Kopf längst erfolgten Kündigung. Eine konstruktive Fehlerkultur muss her, Trial und Error müssen möglich sein. Mitarbeiter sollten in die Lage versetzt werden, jeden Fehler selbst zu analysieren und daraus lernen zu können. Mehr noch: Die Fehlerbehebung und damit die Fehler selbst sind als Schritt nach vorne zu begreifen. Liebe Chefs: Seht euch die Entwicklungen epochaler Produkte wie Ford T, VW-Käfer oder Europarakete Ariane an: Jeder Fehlstart war ein weiterer Schritt auf dem Weg zur Perfektion. Ersetzt die Furcht vor Strafe durch eine konstruktive Kultur des Lernens!

Motivations-Killer Nummer drei: ein Danke? Nein danke! Alles Gute ist doch selbstverständlich!

Hand auf’s Herz – ein letztes Mal: Wem schmeichelt nicht ein ehrliches Dankeschön – auch für eine Kleinigkeit? Bedanken darf freilich nicht inflationär und verräterisch sein. Aber wer seinen Mitarbeitern jedwedes Zeichen der Wertschätzung verweigert, wird gute Arbeit nicht als Selbstverständlichkeit ernten. Ein höflicher, respektvoller Umgang ist das Minimum. Und ein ehrlicher, ausgesprochener Dank? Er kostet nichts und ist mit Geld gar nicht aufzuwiegen, wie ein Autor neulich schrieb. Ein Dankeschön ist eine Gratis-Investition, die sich in Motivation und Produktivität mehr als auszahlt.

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Vom Supermarkt lernen

Quereinsteiger gelten hierzulande bisweilen als „im eigenen Beruf Gescheiterte“. Dabei verwirklichen diese Menschen häufig ihre wahren, heimlichen Träume. Oder sie probieren nach Jahren oder Jahrzehnten auf ausgetretenen Berufs-Pfaden einfach etwas Neues, Spannendes aus.

Von Jens Kügler

„Ich kann vom Supermarkt lernen“ – sagte Holger Stanislawski kürzlich in einem Interview auf dem Sport-Portal Spox. Holger Stanislawski? Fußballfans wissen: Das war der für seine unkonventionellen Entscheidungen bekannte Trainer des FC St. Pauli. Er hatte sein ganzes Profi-Leben lang dort als Verteidiger gespielt und den Club dann als Coach von der Regionalliga in die Bundesliga geführt. Später zog er sich ein Jahr lang aus der Öffentlichkeit zurück, man munkelt wegen Burnout. In dieser Zeit blieb er aber nicht tatenlos: Gemeinsam mit einem anderen befreundeten Ex-Fußballprofi erwarb er eine Franchise-Lizenz. Heute betreibt er einen REWE-Supermarkt, den größten in Hamburg mit 130 Angestellten und 30 Millionen Euro Jahresumsatz.

Seine größte Herausforderung beim Wechsel vom Profifußball zum Supermarkt-Besitzer und -Manager beschreibt Holger Stanislawski mit „unheimlich viel Logistik“. Es gehe um die kontinuierliche Verfügbarkeit von Waren bei 50.000 Artikeln. Um Gespräche mit Lieferanten, um Kundenwünsche und das ständige Hinterfragen des eigenen Sortiments. Und um Personalplanung. „Man arbeitet sich Tag für Tag ein Stückchen weiter. Es macht wirklich großen Spaß“.

Der Wechsel von der Trainerbank habe sicherlich viele erstaunt, erklärt Stani, wie er bei den Fans heißt, in dem Interview weiter. Doch wer ihn kenne, wisse, dass ihm „schräge Sachen“ zuzutrauen seien. Er sieht sich heute als Herr seiner selbst und ist nicht mehr abhängig von einem plötzlichen Trainer-Rauswurf, wie er im Profifußball üblich ist. „Herr seiner selbst“ zu sein … Es gibt wohl kaum ein besseres Argument für Stanis „schrägen“ Quereinstieg in ein vollkommen neues Arbeitsfeld.

Quereinsteiger – laut Wikipedia sind es Personen, die aus fremden Sparten oder Branchen in ein neues Betätigungsfeld wechseln. Und zwar ohne die dafür übliche Ausbildung wie Lehre oder Studium absolviert zu haben. Gibt man den Begriff „Quereinsteiger“ ins deutschsprachige Google ein, erscheint eine endlos lange Liste an Jobangeboten. Vom Assistent der Betriebsleitung bei einem Catering-Unternehmen über den Tester für Automobil-Elektronik-Systeme bis hin zum Sachbearbeiter für Markenrecht und Markenpflege bei einer Unternehmensberatung. Sprich: Jobs, für die es keine klassische Lehre gibt. Ein typischer Quereinsteiger ist der Ingenieur, der zum Vorstand einer Aktiengesellschaft berufen wird, aber dort aufgrund gesammelter Praxiserfahrungen ein nicht-technisches Ressort betreut. Oder der Jurist, der in die freie Wirtschaft wechselt, um seine Rechtskenntnisse in den Dienst eines Unternehmens zu stellen. Einer meiner Freunde tat dies – als Fachanwalt für Kapitalrechtswesen in einer Investment-Firma statt, wie üblich, in einer Kanzlei.

Ein weiteres Beispiel: Derzeit sucht das Unternehmen Vodafone Kabel Deutschland „Berater Multimedia“ auf freiberuflicher Basis. Bewerben können sich Menschen, die verkaufsstark sind und den Kontakt zu Kunden lieben. Die flexibel über ihre Zeit bestimmen möchten. Und – die eine gewisse Begeisterungsfähigkeit für Technologie mitbringen. Das professionelle Wissen über die Breitband-Kabelanschlüsse, die sie anbieten und betreuen, erhalten sie in Form von Schulungen, Weiterbildungen und Support durch die Zentrale.

In Ländern wie Australien oder Neuseeland wird der akute lokale Fachkräftemangel durch Quereinsteiger teilweise bereits ausgeglichen – schreibt wiederum Wikipedia. Kurzum: Es lohnt sich, darüber nachzudenken, was man im Leben immer wieder gern gemacht hat, was aber nicht zum Beruf wurde. Und wo einem immer wieder leicht Lösungen eingefallen waren: Sei es beim Tüfteln, im Teamwork, beim Planen, bei der Logistik oder durch die Begeisterung für den Umgang mit Kunden. Es lohnt sich, den Schritt zum Quereinstieg zumindest zu wagen, statt der Chance ewig nachzutrauern. Mut macht die vielleicht prominenteste Quereinsteigerin unseres Landes – vom kleinen ostdeutschen Physiklabor auf die große politische Weltbühne.

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Den Wechsel gewagt, ein neues Leben gewonnen

Millionen Menschen arbeiten in Jobs, die sie weder lieben noch wollen. Ihre Träume bleiben außen vor und werden als Hobbys emsig in der Freizeit gepflegt. Doch was nutzt es, dass diese Leute nach Feierabend aufleben und aufblühen, während der eigentliche Job sie krank macht? Hier sind zwei Beispiele von Menschen, die sich ihre Träume erfüllt haben – vielleicht als Denkanstoß.

Von Jens Kügler

Millionen Menschen … kennen Ingo Anderbrügge. Der ehemalige Profifußball-Star kickte unter anderem für Borussia Dortmund und holte mit Schalke 04 den Europapokal. 2001 hängte er die Fußballschuhe an den Nagel, wurde zunächst Profitrainer – und ist heute Unternehmer. Auf seine Geschichte stieß ich durch ein Interview, das er kürzlich für Franchiseportal gab, eine Plattform voller Geschäftsideen. Als Kind hatte sich Ingo Anderbrügge von jedem Sportgeschäft magisch angezogen gefühlt. Er bewunderte stets das neueste Equipment. Noch während seiner Profilaufbahn erfüllte er sich seinen Kindheitstraum und eröffnete ein Sportgeschäft mit Schwerpunkt Fußball-Ausstattung. Damit hatte er sein sportliches Hobby neben der Profikarriere quasi zum zweiten Mal zum Beruf gemacht.

Die Ware aus seinem Sportgeschäft verkaufte Ingo Anderbrügge an viele Dorf- und Stadtteil-Clubs in der Umgebung. Gern übergab der Star die Einkäufe bei den Vereinen persönlich, begleitet von der Lokalpresse. Und als „Bonus“ schenkte er den Nachwuchsmannschaften kleine Trainingsstunden und brachte ihnen Profi-Tricks bei. Dabei entdeckte er eine dritte Leidenschaft rings um den Fußball: Der Familienvater arbeitet gern mit Kindern und Jugendlichen. So entstand die Idee zu seiner Firma namens Fußballfabrik. Mit seiner Fußballfabrik organisiert er bei kleinen Vereinen mehrtägige Camps und Seminare, in denen er und sein Team den Kindern nicht nur Profi-Tricks beibringen. In kindgerechten Workshops vermittelt er den Teilnehmern auch Themen wie Teamgeist, Motivation, Konfliktbewältigung, Integration oder Umgang mit Niederlagen. Die Fußballfabrik startete erfolgreich und sucht heute über das Franchiseportal Partner, die das Konzept in ihren Regionen umsetzen wollen.

Auf Zeit Online stieß ich kürzlich auf die Rubrik „Chancen zum Wechsel“. Hier werden berufstätige porträtiert, die einen radikalen Bruch im Lebenslauf und einen völligen Neuanfang vollzogen haben. Sei es, weil der bisherige Job sie nicht befriedigen konnte oder weil sie oft erst nach jahrelangem Zögern den Schritt in die Selbstständigkeit wagten. Aufgefallen ist mir die Geschichte von Mr. Niceguy alias Dennis Tjoeng. Heute gehört er zu den erfolgreichsten DJ’s in Deutschland. Lange aber hatte er geglaubt: DJ kann nur ein Hobby sein. Davon zu leben gelingt nur wenigen, also warum ausgerechnet mir?

So studierte Dennis Tjoeng BWL und quälte er sich durch Jobs – vom mehr oder weniger erfolglosen und unterbezahlten Werbetexter mit wahnsinnig vielen Überstunden bis zum Marketingassistenten in einer Personalagentur mit Anzug und Krawattenzwang … bis fast zum Burnout mit knapp über 30 Jahren. Nach einem Coaching mit einer renommierten Berufsberaterin stand für ihn fest: Ich muss es als Profi-DJ probieren. DJ zu sein ist, „was mein Herz sagt“, so zitiert ihn das Magazin.

Das ganze Equipment hatte er, denn er legte ja seit Jahren bereits in seiner Freizeit in kleinen Clubs und auf Partys auf. So hielt sich die Investitionssumme in Grenzen. Er nahm Mixes auf, schickte sie an Freunde und stellte sie ins Netz. Er verteilte CDs mit seiner Musik in Bars. Nach und nach erhielt er Aufträge, wenn auch zunächst noch wenig lukrative. Doch allmählich machte er sich bekannt. Wie fast jeder Selbstständige musste er eine karge Anfangszeit überbrücken. Heute aber wird Mr. Niceguy – so sein Künstlername – deutschlandweit und international gebucht und zählt zu den Stars der Szene.

Was wäre aus geworden, wenn er sich diesen Traum nicht erfüllt hätte? Womöglich ein Burnout-Büromensch wie Millionen andere.

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Mehr Frauenpower bitte!

Dem Autor als Mann könnte es ja egal sein, dass es bisher unterdurchschnittlich wenige Frauen in Führungspositionen gibt. Ist es aber nicht, denn: Ihr Potenzial nicht zu nutzen, schadet unserer gesamten Wirtschaft.

Von Jens Kügler

Alle reden über den Fachkräftemangel und den drohenden wirtschaftlichen Schaden. Doch kaum einer, so scheint’s, hebt das brachliegende Potenzial hunderttausender, ja Millionen möglicher weiblicher Führungskräfte. Sie selbst übrigens am Allerwenigsten.

Dabei geht es oft nicht nur darum, dass Frauen häufig durch den Karriere-Knick der Kindererziehung zurückfallen. Vielmehr herrscht in den Führungsetagen unserer Unternehmen nach wie vor eine Ellenbogen-Mentalität vor. Und mit ausgefahrenem Ellenbogen möchten die meisten Frauen schlicht und ergreifend nicht arbeiten. Es liegt nicht in ihrer Mentalität. Die Aufstiegs-Attribute Aggressivität und Durchsetzungsvermögen werden von Psychologen klar der männlichen Seite zugerechnet.

Was können Frauen besser? Der Evolutionsbiologe Axel Meyer hat 2015 Studien zu diesem Thema zusammengefasst. Sein Fazit: Frauen verfügen über mehr sprachliche Eloquenz und ein umfangreicheres Vokabular. Sie sind empathischer und feinfühliger für Emotionen ihrer Gegenüber. Als praktische Vorteile gegenüber Männern verfügen die Frauen über eine bessere Feinmotorik, schnellere Auffassungsgabe und ein besseres Vorstellungs-Vermögen. Reicht nur nicht, um die gläserne Kuppel zu den Männer-Domänen zu sprengen.

Wie lässt sich der Schatz der weiblichen Führungskräfte heben? Dafür liefern viele Airlines ein gutes Beispiel. Bei ihnen finden regelmäßig die sogenannten Crew-Resource-Management-Trainings statt. Dabei wird geübt, absolut offen und ohne jede Schuldzuweisung Probleme auf den Tisch zu bringen. Der Flugkapitän darf nicht dominant sein, befehlen und herrschen. Er moderiert vielmehr. Frauen, das weiß man, neigen deutlich mehr zu dieser Art von Offenheit. Anders als Männer agieren sie nicht politisch-hierarchisch, was dem Fehler-Management zugute kommt.

Heißt es nicht von ungefähr immer wieder, dass Manager von Piloten eine Menge lernen können? Dies wäre sicherlich nur ein Ansatz, um mehr Frauen und ihre Fähigkeiten als Führungskräfte zu gewinnen. Denn Frauen wollen nicht kämpfen, sondern gestalten. Männer hingegen kämpfen um ihre verkrusteten Strukturen und Hierarchien. Das bringt uns nur leider volkswirtschaftlich nicht weiter. Das ist Stillstand, 19. Jahrhundert.

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Nicht ohne meine Life-Balance!

Brauchen Selbstständige den Freizeit-Ausgleich? Ein Privatleben? Eine Work-Life-Balance – ähnlich wie ein Arbeitnehmer? Ja, selbstverständlich doch!

Von Jens Kügler

Wer selbstständig oder freiberuflich tätig ist, arbeitet in seinem Traumberuf. Heißt es. Und: Er wird nicht bevormundet, ist sein eigener Chef. Heißt es auch. Schön und gut. Bevormundung ist die antieuphemistische Formel für „der Kunde hat immer recht“. Und der Kunde gibt die Deadline vor – mithin in gewisser Weise auch die Arbeitszeiten. Damit ist schon mehr als angedeutet: Auch die Selbstständigkeit erlegt Zwänge auf. Und zwar nicht nur finanzielle. Es geht nicht nur um die Existenzsicherung – und mit ihr um Tätigkeiten, die kein Arbeitnehmer tun muss, nämlich unter anderem Akquise und Buchführung.

Am Anfang einer Selbstständigkeit steht oft eine gewisse Euphorie. Ich weiß, wovon ich spreche. Der erste erledigte Kundenauftrag. Das ganz eigene Arbeitsergebnis in den Händen. Wer sich davon anstecken lässt und das Dollar-Zeichen in den Augen hat, arbeitet leicht mal ganze Abende, Nächte und Wochenenden durch. Das mag eine Zeitlang gut gehen. Indes leidet das Privatleben, leidet die Familie. Und nicht wenige erleben einen klassischen Burn-out.

Für mich als Selbstständigen konnte es nur eine Lösung gehen: Ich brauchte ein separates Büro. Außerhalb des Hauses. Dort, wo Privat- und Geschäftsleben komplett voneinander getrennt sind. Wo ich mich voll und ganz auf meine Arbeit konzentrieren kann. Eine Coworking-Lösung entpuppte sich als ideal: Hier habe ich „menschliche Ansprache“ in Form von Kollegen in den benachbarten Büros und Schreibtischen – aber auch meine Ruhe. Und: Hier nutze ich die komplette Infrastruktur eines Büros inklusive Telefon und IT.

Gut: Jeder ist anders. Eine befreundete selbstständige Grafik-Designerin liebt ihre Freiheit. Und Freiheit heißt für sie, den ganzen Tag von zuhause, vom Wohnzimmer oder Balkon aus zu arbeiten und nicht aus dem Haus zu müssen. Weg zum Büro? Bus, U-Bahn, Auto, Fahrrad, Regen, Eis oder Schnee? Alles nicht nötig, meint sie. Wie gesagt, jeder muss in sich hineinhorchen.

Hier im „Coworking“ machen wir unsere Pausen – und die braucht ein Jeder. Mehr als 45 Minuten am Stück können wir Menschen uns nicht konzentrieren. Dieser alten Weisheit verdanken Schul- oder Fahrstunden ihre Länge. Wenn Kollege L. mit seiner Zigarettenschachtel in der Hand Richtung Terrasse geht, greife ich als Nichtraucher einfach zu meinem Kaffeebecher mit und gehe mit – auf ’nen lässigen Smalltalk, Klönschnack oder wie man hier in Bayern sagt, ratschen. Dabei wird auch noch ganz entspannt „genetzwerkt“.

Was ich mir sonst noch genehmige? Klare Slots für E-Mails und Anrufe, sofern möglich. In der Zwischenzeit kann ich meine Jobs ungestört abarbeiten. Dem „Montag-Morgen-Blues“ arbeite ich gerne – wie beschrieben – mit anfänglichen Lieblingsaufgaben entgegen. Und mein Wochenende ist mir prinzipiell so heilig wie das eines Arbeitnehmers. Denn dann kann ich auch ganz frustfrei mal am Sonntag ranklotzen – wenn es sein muss. Oder wenn ich Lust habe. Zwanglos eben.

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