Monthly Archives: Dezember 2014

Gute Vorsätze

Die Weihnachtszeit ist so gut wie passé, Silvester und Neujahr liegen vor uns. Wie immer ist dies ein perfekter Anlass, auch beruflich über Veränderungen nachzudenken. Orientierung bieten Events wie der Karrieretag oder Firmen mit ausgezeichneter Betreuung von Auszubildenden und Praktikanten.

Heißt Ihr „guter Vorsatz“ für 2015 Berufsstart oder Neuanfang? Schon ein klares Ziel vor Augen? Oder sind Sie noch auf der Suche? Wer sich für Medien und Kommunikation interessiert, sollte sich einen Termin Ende Januar in Dortmund im Kalender rot anstreichen:

Am 22. Januar findet in der Westfalenhalle der zweite Karrieretag des Studieninstituts der Branche statt. Er ist Teil der Messe Best of Events und richtet sich an Abiturienten, Studien-Abbrecher und Quereinsteiger. Auf dem Karrieretag halten Experten Vorträge darüber, was die Brache bietet, welche Berufsbilder dazugehören, welche Qualifikationen gewünscht sind und wie der Berufseinstieg am besten gelingt. Zwei Nachwuchskräfte bieten Einblicke in den Arbeitsalltag ihrer Agenturen. Last but not least erklärt ein Personalberater, wie die idealen Bewerbungen von heute und die Erwartungen der Arbeitgeber aussehen.

Die Veranstaltung ist kostenlos, da sie von verschiedenen Agenturen, Fachverbänden und einer Personalberatung getragen wird. Allerdings ist die Teilnehmerzahl begrenzt. Also am besten sofort und verbindlich anmelden unter www.studieninstitut.de/karrieretag.

Wenn es darum geht, den richtigen Arbeitgeber zu finden, hilft ein Blick auf die Website von Fair Company. Es ist die größte Arbeitgeberinitiative in Deutschland. Ihr gehören über 700 Unternehmen an, Tendenz steigend. Das Fair im Namen bezieht sich auf die Beschäftigung und Behandlung von studierenden Praktikanten, Auszubildenden und Berufseinsteigern. Freiwillig verpflichten sich die Unternehmen, den Nachwuchskräften wertvolle praxisnahe Erfahrung zu vermitteln und sie entsprechend ihrer Talente zu fördern.

Den Praktikanten zum Beispiel geben Fair Company-Firmen klare Aufgaben und Ziele, statt sie für Handlanger-Dienste zu missbrauchen. Auch bieten die Unternehmen Praktika ausschließlich im eigentlichen Sinn des Begriffes – nämlich zum Reinschnuppern während des Studiums und nicht zum Hinhalten und Vertrösten von Absolventen, die eigentlich eine Stelle suchen. Eine adäquate Entlohnung von Praktikanten wie Auszubildenden steht ebenfalls auf der Fairness-Agenda.

Die Fair Company-Mitglieder haben sich ein Regelwerk geschaffen, über deren Einhaltung unter anderem ein Praktikanten-Feedback wacht. Wer es einhält, wird jährlich aufs Neue mit dem Fair Company-Siegel ausgezeichnet. In einer Zeit, in der sich Fachkräfte die Unternehmen aussuchen können und nicht umgekehrt, ist das Siegel sicher ein guter Wegweiser und ein Aushängeschild. Es ist auf jeden Fall ein Paradebeispiel für Employer Branding.

Erfreulich ist, dass sich auch auf lokaler oder regionaler Ebene immer mehr Unternehmen zu Ausbildungs-Initiativen zusammenschließen. Bewerber können sich bei ihrer IHK vor Ort nach solchen Fördermöglichkeiten erkundigen. Und wenn es gute Vorsätze für das Jahr 2015 auf Unternehmerseite gibt, dann lautet einer davon: Machen Sie sich für Nachwuchskräfte so attraktiv wie möglich. In diesem Sinne: auf ein glückliches 2015!

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Was Weihnachten mit Würdigen zu tun hat

In der Art, wie eine Firma ihre Weihnachtsfeier gestaltet, offenbart sich auch die Wertschätzung für die eigenen Mitarbeiter.

Ein paar Teelichter, Glühwein aus Supermarkt-Verbundpackungen, ein bisschen weihnachtliche Papierdekoration auf dem Schreibtisch und in den Regalen – das war’s. Eine Handvoll Lebkuchenherzen gab’s noch, mehr nicht. So ist in einer kleinen Werbeagentur, in der ich nur ein Jahr gearbeitet habe, Weihnachten gefeiert worden. Und zwar unten im Büro von einem der beiden Chefs. Dort saß die ganze etwa 12-köpfige Belegschaft zusammen und schwieg. Der Kreativchef sagte ein paar Worte übers Geschäftsjahr, der kaufmännische über die Pläne. Ansonsten Tristesse. In dieser Agentur herrsche zwar ein enges, fast freundschaftliches Verhältnis zwischen uns, den Kreativen aus dem Atelier, aber ein eisiges zu den Chefs. Das änderte sich natürlich auch auf dieser „Weihnachtsfeier“ nicht. Erst als wir Kollegen uns geschlossen verabschiedeten, begann die Feier – unter uns, auf dem Weihnachtsmarkt.

Dabei ist es gar nicht so schwer, den Mitarbeitern Freude zu bereiten. In der etwa zehnköpfigen Sanitärinstallations-Firma meines Vaters war es eine Selbstverständlichkeit, einen Nebenraum eines Restaurants zu reservieren und von den Wirtsleuten festlich schmücken zu lassen. Essen und Getränke waren natürlich den ganzen Abend frei – auch für die Ehefrauen- und Männer, Verlobten oder Freundinnen und wichtige anwesende Kunden. Jeder Mitarbeiter erhielt ein Weinpräsent und, sofern die Vorlieben bekannt waren, etwas „Individuelles“. Diese Feiern waren stets sehr fröhlich. Und selbst die Taxikosten für die Heimfahrt jedes Mitarbeiters übernahm die Firma.

Es gibt viele Möglichkeiten, die Mitarbeiter zum wichtigsten Fest des Jahres spüren zu lassen, was sie der Firma wert sind. Bei Event-Organisatoren lassen sich zum Beispiel mittelalterliche Ritteressen buchen. Oder Feiern mit Dinner-Shows, auf denen Krimi-Komödien oder Musicals dargeboten werden. Auch Schlager-Abende werden immer beliebter, und bezahlbare Doubles großer Stars gibt es genug. Eine Garantie für einen lustigen Nachmittag oder Abend birgt auch Wichteln.

Weitere Ideen: Ein weihnachtliches Golfturnier mit anschließendem Glühweintrinken am „19. Loch“. Unvergessen bleiben auch Geocaching-Events oder Schnitzeljadgen, bei denen die Mitarbeiter in Teams den Ort der Feier erst einmal suchen und Aufgaben lösen müssen. Natürlich erhalten die Siegerteams dort Preise. Und wer Mitarbeitern und Kunden einen besonders festlichen Empfang bieten möchte, muss nicht einmal tief in die Tasche greifen: Einige Event-Veranstalter bauen kleine Weihnachtsmärkte mit Glühwein-, Kunst- und Lebkuchenständen auf dem Firmengelände auf. Für eine mittelständische Firmengröße liegen die Kosten pro Person im niedrigen zweistelligen Bereich.

Und – ja, es muss zu Weihnachten sein. Zwar mag die Bedeutung des Festes in unserem Kulturkreis tendenziell abnehmen, aber ich möchte seine Wichtigkeit trotzdem am Beispiel eines Ereignisses verdeutlichen, dass sich fast auf den Tag genau vor 100 Jahren abgespielt hat: dem sogenannten Weihnachtsfrieden im Ersten Weltkrieg. An der Westfront in Flandern lagen sich deutsche und englische Truppen in ihren Schützengräben gegenüber. Alle Engländer hatten ein Paket mit Süßigkeiten, Tabak, kleinen Flaschen alkoholischer Getränke und Bildern vom Königshaus geschickt bekommen. Die Deutschen erhielten von der Obersten Heeresleitung Päckchen mit künstlichen Tannenbäumchen. Sie sollten etwas Weihnachtsatmosphäre zaubern.

So riefen die Deutschen zu den Engländern herüber: „We don’t shoot today“ und erhielten entsprechende Antworten. Dann stellten sie ihre Tannenbäumchen oben auf dem Rand der Schützengräben auf und begannen, Weihnachtslieder zu singen. Die Engländer applaudierten und stimmten mit ein. Stille Nacht hier, Silent Night dort. Bald trauten sich hüben wie drüben die ersten unbewaffnet und mit weißen Fähnchen aus den Gräben. Schließlich trafen sich alle in der Mitte und es kam überall zu spontanen Verbrüderungen. Tabak, Getränke, Schokolade wurde getauscht, hier wurde Fußball gespielt, dort ein gemeinsamer, zweisprachiger Gottesdienst gefeiert. An manchen Frontabschnitten hielt die von den einfachen Soldaten „beschlossene“ Waffenruhe bis nach Neujahr. In diesem Sinne: friedliche und „wertvolle“ Weihnachten!

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Von Amerika bewerben lernen

Bewerbungen mit elektronischen Medien können ungewöhnlich witzig und kreativ sein. Die Beispiele, die dies zeigen, stammen bisher meistens aus den USA. Leider.

Deutschland ist nicht gerade das Land der kreativen Vorhut in Sachen Nutzung neuer Medien und sozialer Netzwerke. Fast immer kommen die neuesten Ideen und Vorbilder aus den USA. Immerhin: Deutsche Unternehmen schaffen es inzwischen, regelmäßig virale Werbehits im Netz zu verbreiten – etwa das berühmte „Supergeil“-Video von Edeka mit dem skurrilen Sänger Friedrich Liechtenstein. Doch wie sieht es mit deutschen Bewerbern aus? Es werden immer noch Mappen verschickt und Online-Formulare ausgefüllt, weil Unternehmen dies wünschen und Bewerber sich nichts Neues zutrauen. Vor allem kein Scheitern.

Wie es mutig, lustig, kreativ und trotzdem ernst in der Sache geht, hat der Amerikaner Matthew Epstein vorgemacht. Sein „Google, please hire me!“-Video aus dem Jahre 2011 ist ein Klassiker und wurde über 1,3 Millionen Mal auf Youtube geklickt. Mit einem falschen Schnurrbart und witzig-übertriebenen Slapsticks setzt er sich gekonnt in Szene und lässt dabei trotzdem sein fachliches Wissen durchblicken. Wer das Video nicht kennt: einfach mal googeln!

Wie humorvoll sich selbst eine schwierige Jobsuche darstellen lässt, beweist eine junge, studierte Mutter, die auf Youtube eine Parodie von Helene Fischers „Atemlos durch die Nacht“ veröffentlichte: „Arbeitslos durch den Tag – und ich krieg mein Geld vom Staat“. Wie viel lässiger könnte sich jemand inszenieren, der nicht auf der Suche nach irgendeinem passenden Job ist? Wie viel leichter hat es ein Bewerber, der von einem Traum-Unternehmen wie Google, Apple, Mercedes oder BMW verpflichtet werden möchte!

Warum gibt es viel zu wenig solcher Beispiele, wie sie in den USA längst Gang und Gäbe sind? Liegt das Problem darin, dass Unternehmen hierzulande viel zu wenig offen für ungewöhnliche Formate sind? Reagieren sie mit der altbekannten Skepsis gegenüber allem Neuen? Oder haben die Bewerber zu wenig Mut, ausgetretene Pfade zu verlassen? Vermutlich beides.

Eins ist klar: Zur Kreativität gehört der Mut zum Risiko des Scheiterns. Wer sich öffentlich outet und dann den Job nicht bekommt, muss damit leben können. Und dieser Mut ist in einem Land, in dem jeder seines Glückes Schmied ist, scheinbar eher verbreitet als in unserer Gesellschaft des sozialen Sicherheits-Denkens. Außerdem: Im Nachhinein kann man Beispielen, die Schule gemacht haben und Viralhits wurden, immer das Prädikat Erfolgsformat anhängen.

Natürlich muss für eine gekonnte Eigenpräsentation viel Zeit und Arbeit investiert werden. Doch wie könnte ein Bewerber dem Traumjob-Anbieter seinen Wunsch, bei ihm zu arbeiten, überzeugender darlegen als mit einer solchen Maßnahme? Es muss ja auch kein aufwändiges Video sein. Zu viele Nachahmer verwässern die Erfolgsaussichten.

Ein Weg ist, in sozialen Netzwerken wie Xing in den entsprechenden Gruppen regelmäßig Beiträge mit Mehrwert für die Zielgruppe der Arbeitgeber oder Branchenkollegen zu posten. Wer dies tut, baut sich einen Experten-Status auf. Mit dieser passiven Form der Bewerbung wirft der Kandidat quasi ein Netz für Unternehmen aus, die suchen. Eine weitere Möglichkeit, die allerdings noch mehr Zeit und Geduld erfordert, ist ein eigener Bewerbungsblog mit regelmäßig ergänztem, interessantem Content aus der Welt des Jobs. Natürlich muss dieser Blog bestens vernetzt sein. Dieses Video von karrierebibel.de verdeutlicht, wie Bewerbungen in den sozialen Netwerken funktionieren können.

Apropos: Hat Google Matthew Epstein eingestellt? Nein, aber in einem zweiten Video erklärt er, dass ihn ein Traum-Unternehmen unter Vertrag genommen habe. Es sei ein innovatives Start-up. Epstein erklärt, was er dort jetzt tut und warum er voll dahinter steht. Das Ergebnis ist ziemlich peinlich … für Google.

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Mutmacher

Kennen Sie das – manchmal scheint es Ihnen vor Sorgen und Ängsten den Boden unter den Füßen wegzuziehen. Sie verzweifeln an irgendwas und fallen in ein „schwarzes Loch“. Wir alle kennen das. Aber lesen Sie mal.

Anna-Maria Zimmermann ist eine deutsche Schlagersängerin. Wenn sie auf der Bühne steht bei Konzerten, Schlagerfestivals oder am „Ballermann“ auf der Urlaubsinsel Mallorca, verbreitet sie stets eine ansteckend gute Laune. Vor circa vier Jahren hatte sie einen beinahe tödlichen Unfall. Ihr Hubschrauber stürzte ab. Sie lag wochenlang im Koma und benötigte fast ein Jahr für Genesung und Rehabilitation. Nur eines konnten die Ärzte nicht retten. Seit diesem Unfall ist ihr linker Arm gelähmt. Anna-Maria Zimmermann nahm ihr Schicksal an und begann wieder, Musik zu machen. Einer ihrer Songs heißt „Leben“. Wenn sie auftritt, fixiert sie ihren leblosen Arm mit einer Gürtelschlinge, wirbelt einarmig über die Bühne … und bezaubert alle mit ihrem gewinnenden Lächeln.

Können Menschen, die blind sind, Fußball spielen? Ja, richtig gut sogar, und mit voller Begeisterung. Beim FC St. Pauli gibt es seit dem Jahr 2006 eine Abteilung Blindenfußball mit rund zehn Aktiven. Sie spielen in Teams à vier Feldspielern plus Torwart auf einem Handballfeld großen Platz. Der Ball rasselt beim Rollen und wird so gehört. Die Seitenlinien sind Banden, von denen er abprallt. Außerdem dienen sie der Orientierung. Für Serdal Celebi, einen der St. Pauli-Blindenfußballer, gehörte die WM-Teilnahme mit der deutschen Nationalmannschaft im November zu den größten Momenten seines Lebens.

Es gibt Tage, da fällt es uns physisch kerngesunden Menschen schwer, uns zu motivieren – sei es zu unserer Arbeit oder zu Schritten, die uns zu mehr Erfolg führen könnten. Eines Tages durfte ich einen Artikel über Anna-Maria Zimmermann verfassen. Ich habe mich so mit ihrem Schicksal vertraut gemacht und ihre Videos gesehen. Seitdem denke ich in Momenten drohender Lethargie immer an sie. Dann setzt eine Erleichterung ein und mir wird klar, wie gut es mir geht.

Menschen wie die fröhliche Schlagersängerin und die begeisterten Blindenfußballer sind Mutmacher. Und das Paradebeispiel unserer Tage heißt Samuel Koch. Vielleicht erinnern Sie sich an „Wetten Dass“ im Dezember 2010. In dieser Sendung wollte er mit Sprungfedern an den Füßen über mehrere Autos per Salto springen. Dabei stürzte er und brach sich zwei Wirbel. Am seinem Überlebenskampf in den Kliniken nahm die ganze Nation Anteil wie später beim Rennfahrer Michael Schumacher.

Heute ist Samuel Koch vom Hals ab querschnittgelähmt. Zähneputzen, Anziehen: Für praktisch jede alltägliche Handlung benötigt er Hilfe. Aber moderne Technik ermöglicht es, dass er zum Beispiel telefonieren und über einen Sprachcomputer surfen und E-mailen kann. Auch er hat sich seinem Schicksal nicht ergeben, sondern es als Chance begriffen. „Zwei Leben“ heißt seine inzwischen preisgekrönte Autobiografie. Er arbeitete als Regieassistent bei einem Film und absolvierte schließlich sogar eine Schauspielausbildung. Seine Abschlussarbeit behandelte das Thema Behinderung auf der Bühne und trug den Titel „Die Entdeckung des Schönen in der Reduktion“.

Inzwischen ist Samuel Koch festes Ensemblemitglied am Stadttheater Darmstadt. Er spielt zudem eine Rolle in der Telenovela „Sturm der Liebe“ sowie in Til Schweigers Kinofilm „Honig im Kopf“. Man könnte die Reihe der „Schicksals-Meisterer“ mit Prominenten wie dem Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble oder dem weltberühmten Wissenschaftler Stephen Hawking fortsetzen. Es sollen nur Beispiele sein, die uns vermitteln: Wer trägt den Schlüssel zum Glück in im Alltag und zum Erfolg im Beruf in seinen Händen? Wer, wenn nicht wir selbst?

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