Monthly Archives: Mai 2015

Stress? Lass nach!

Lassen Sie Stress nicht zum Dauerzustand werden: Er schädigt Ihre Gesundheit. Zum Glück gibt es ein paar einfache, aber effiziente Techniken, um zwischendurch innezuhalten und „abzuschalten“.

Wie im Blogspot letzte Woche beschrieben, leiden auch die vermeintlich glücklichen Selbstständigen unter Stress und Burnout-Syndromen. Und zwar ebenso wie die Arbeitnehmer, die sich durch ihre Chefs unter Druck gesetzt fühlen. Doch permanenter Stress muss nicht zwangsläufig in die psychiatrische Klinik oder Praxis führen. Erst recht nicht bei Freiberuflern.

Der Experte für E-Commerce, Michael Meckelein, veröffentlichte ein paar nützliche Anti-Stress-Tipps für Freiberufler im Blog der Unternehmensberatung und Personalvermittlung Solcom. Ich möchte die Tipps hier gerne weitergeben und um eigene Erfahrungen ergänzen.

Tipp Nummer eins heißt Zwei-Minuten-Entspannung. Dabei bleiben Sie am Schreibtisch sitzen und holen erst einmal tief Luft. Dann stützen Sie die Ellenbogen auf und legen die Stirn in Ihre Hände. Schließen Sie nun die Augen und atmen Sie mehrfach und ruhig tief ein und aus. Denken Sie an etwas Schönes: einen lieben Menschen, eine Urlaubsszene … was Ihnen gefällt. So kommt der Körper schnell zur Ruhe. Schneiden Sie dann Grimassen, runzeln Sie die Stirn und spitzen Sie die Lippen. Schon entspannen sich Ihre Gesichtsmuskeln und die Wachmacher aktivieren sich. Zum Schluss massieren Sie Ihre Ohrläppchen und den Nacken. Sitzen Sie gerade und aufrecht. Lassen Sie die Schultern kreisen und dehnen Sie den Nacken … und Sie fühlen sich gleich wieder fit und frisch, oder?

Eine weitere Übung im Sitzen ist gut für Sie, wenn Sie ständig am PC arbeiten. Dann beanspruchen Sie die Augen und die Nackenmuskulatur stark, was häufig zu Kopfschmerzen führt. Heben Sie den Blick, schauen Sie aus dem Fenster und versuchen Sie, kleine Dinge in der Ferne oder am Horizont zu erkennen. Dadurch entspannen Sie Ihre Augen- und Nackenmuskulatur und können sich danach besser konzentrieren.

Ein weiterer guter Tipp betrifft Ihre Tages- und Wochenplanung. Setzen Sie erreichbare Ziele – an jedem Morgen bis zum Abend und am Wochenbeginn bis zum Wochenende. Prüfen Sie am Ende die absolvierte Arbeit: Haben Sie Ihre Ziele erreicht? Ja? Merken Sie, wie Ihnen dies bereits ein Stück Zufriedenheit und Selbstbestätigung bringt? Mir geht es so. Konnten Sie eine Zielvorgabe nicht einhalten, erhöhen Sie nicht das Arbeitspensum. Reduzieren Sie die Anforderungen oder planen Sie mehr Zeit dafür ein.

Last but not least: Machen Sie mal Pause und tanken Sie frische Luft. Gehen Sie nach maximal vier Stunden Arbeit einfach mal hinaus und spazieren – oder zur Mittagspause. Versorgen Sie den Körper mit frischem Sauerstoff und machen Sie den Kopf „frei“. Denn auch der braucht mal eine Pause! Auf jeden Fall: Bringen Sie Ihre unbewegten Muskelgruppen in Gang und entspannen Sie mental!

Und jetzt mein ganz persönlicher Tipp: Mittags nach drei bis vier Stunden PC-Arbeit gehe ich ins Fitness-Studio nebenan, mache ein paar stärkende Rücken- und Bauch-Übungen und gehe danach für eine halbe Stunde aufs Laufband oder den Bike-Trainer. Und bei schönem Wetter gehe ich einfach joggen. Auch wenn der Kopf dabei eigentlich frei ist: Beim Joggen habe ich oft die besten spontanen Ideen und speichere sie auf einer Schreib-App im Handy.

Übrigens: Sport wirkt sogar vorbeugend gegen Stress. Das hat ein weiterer kluger Kopf , Professor Dr. Reinhard Fuchs, in einer Studie herausgefunden. Der Sportpsychologe der Universität Freiburg schrieb daraufhin das Buch „Seelische Gesundheit und sportliche Aktivität“. Zum Kauf empfohlen!

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Endlich selbstständig. Ein Traum?

Studien zufolge wünschen sich viele Deutsche eine selbstständige oder freiberufliche Tätigkeit – vor allem wegen der freien Zeiteinteilung. Sind Firmengründer also glücklicher? Schön wär’s …

Rund 40% aller Unternehmer oder Freiberufler werfen während der ersten fünf Geschäftsjahre das Handtuch und wünschen sich zurück ins Angestellten-Dasein. Warum? Vor allem deshalb, weil sie feststellen, dass die Existenzsorgen eines Unternehmers sehr viel größere Stressfaktoren sein können als der Druck von Vorgesetzten oder der Arbeitsstunden-Zwang, unter dem sie als Angestellte litten.

Als Selbstständige kennen viele keinen Feierabend: Sie sind jederzeit für ihre Kunden erreichbar. Krankentage nehmen sich die „eigenen Chefs“ praktisch keine, denn diese bedeuten Verdienstausfall. Was dabei zu kurz kommt? Natürlich die Gesundheit. Mein Vater hatte zuletzt Herzprobleme. Die zwingend notwendige, ärztlich diagnostizierte Bypass-Operation verschob er ein halbes Jahr lang – auf den Zeitpunkt der geplanten Firmenübergabe an den Nachfolger. Er sollte die Übergabe nicht mehr erleben.

Worunter leiden Selbstständige am häufigsten? Unter dem großen Verantwortungs- und Termindruck. Unter den zu langen Arbeitszeiten. Den vernachlässigten sozialen Kontakten. Der Familie, die zu kurz kommt. Dem Partner, der seinem Unmut Luft macht. Und schließlich leiden sie unter den unzufriedenen Kunden. Es fehlen die Erfolgserlebnisse. Die Aufträge bleiben aus und nur die finanziellen Sorgen wachsen. Einzelne Erfolgserlebnisse können die vermeintlich vielen Misserfolge nicht mehr kompensieren.

Geht das jahrelang so, werden die gelegentlichen Erschöpfungszustände, Durchhänger und Leistungsabfälle zu Dauerbrennern. Typische Begleiter sind Rückenschmerzen, Schlafstörungen oder Tinnitus. Ein Alarmzeichen ist es, wenn das Aufstehen am Morgen zur Tortur wird, weil sich die Lust auf den Tag nicht mehr einstellt. Und der Weg zu Burnout und Depression nicht mehr weit, wenn praktisch keine Erholungsphasen mehr vorkommen und der Stress zum permanenten Alltags-Verderber wird. Wer auf diese Weise arbeitsunfähig wird, sorgt für Hochkonjunktur – aber nur in Krankenhäusern und Psychiatrien.

Apropos Stress: Zu diesem Thema hat die Techniker-Krankenkasse jüngst eine Studie mit dem gut gemeinten, aber beinahe schon ironisch klingenden Namen „Bleib locker, Deutschland“ vorgelegt. Ihr zufolge fühlten sich 57% aller Deutschen manchmal oder oft gestresst. Jeder Fünfte stehe sogar permanent unter Strom. 67% aller Angestellten, Selbstständigen und – man höre und staune – Beamten glaubten, heute mehr Stress als vor drei Jahren zu spüren. 61% empfinden das Leben heute stressiger als vor 15 oder 20 Jahren.

Noch mehr bedrückende Zahlen? Bitteschön, die Studie ist umfangreich und unerbittlich ehrlich. 22% aller Berufstätigen gaben an, in den letzten drei Jahren unter Burnout, Depressionen oder Angststörungen gelitten zu haben. 33% kreuzten an, sie seien erschöpft und ausgebrannt. 40% fühlten sich häufig abgearbeitet. 64% können in der Freizeit nicht oder nur unzureichend vom Berufsstress abschalten. Und beim Feld „Ich bin gestresst“ setzen erschreckende 70% ihr Kreuzchen.

Diese Zahlen gelten für alle Beschäftigten – und damit auch die vermeintlich glücklicheren Selbstständigen. Ist Burnout also vorgezeichnet? Gibt es keinen Ausweg aus der Spirale?

In meinem nächsten Blogpost möchte ich die „Tipps zum Stressabbau im Büro“ zitieren, die der Autor Michael Meckelein kürzlich auf dem Blog der Unternehmensberatung und Personalvermittlung Solcom veröffentlichte. Bis dahin gehe ich den Tipps einfach nach und genieße zu Pfingsten ein paar Tage Freiberufler-Erholung.

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Kein Geld und keine Zeit für die Familie

Eine kürzlich veröffentlichte Studie zeigt, womit deutsche Arbeitnehmer zufrieden sind. Aber auch, wo ihnen der Schuh drückt.

Das soziale Business-Netzwerk Xing und das Meinungsforschungsinstitut Statista wollten es wissen. In ihrer Studie „Kompass Neue Arbeitswelt“ haben sie 4.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland befragt, womit an ihrem Arbeitsumfeld sie glücklich und unglücklich sind.

Eine der schlechtesten Nachrichten vorweg: Nur 40 Prozent aller Vollzeit-Beschäftigten können eine Familie allein ernähren. Eine deutliche Mehrheit verdient nicht genug! Und für die Lieben daheim fehlt nicht nur das Geld, sondern auch die Zeit. Denn ein Drittel aller Befragten gab an, dass sie den Rückhalt für eine angemessene Vereinbarkeit von Beruf und Familie seitens des Chefs vermissen. Die Branchen, auf welche dies zutrifft, sind vor allem die Gastronomie, das verarbeitende Gewerbe und – man höre und staune – Soziales, Erziehung und Unterricht. In den sozialen Berufen gibt es also die unsozialsten Arbeitgeber.

Angesichts solch mangelhafter Noten für die Work-Life-Balance ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass ein großer Teil der Beschäftigten durchschnittlich gern fünf Stunden pro Woche weniger arbeiten würde. Übrigens: Die sogenannten „Wissensarbeiter“, die in der Studie von den Arbeitern anderer Branchen gesondert betrachtet wurden, legten deutlich mehr Wert auf flexible Arbeitszeiten.

Die Studie setzte sich auch mit dem Thema Veränderungen im Arbeitsumfeld auseinander. 12 Prozent aller Befragten sind über Veränderungen unglücklich, aber respektable 71 Prozent reagieren auf die Veränderungen gelassen bis positiv. 17 Prozent sehen keine Veränderungen in ihrem Arbeitsbereich. Schwarz sehen hingegen viele, die sich selbst „verändern“ wollen oder müssen: Ab 30 Jahren aufwärts – und mit zunehmendem Alter umso mehr – haben sie das Gefühl, schwerer einen Job zu finden. Kein Wunder also, dass sie den Punkt Arbeitsplatzsicherheit ganz oben auf ihre Wunschliste setzen.

Es sind wiederum die „Wissensarbeiter“, die weitaus stärker mit Veränderungen rechnen als die Beschäftigten der anderen Branchen. Sie identifizieren sich auch mehr mit den Produkten oder Dienstleistungen ihrer Unternehmen und attestieren diesen überwiegend ein positives Image. Andererseits wünschen sich sehr viele von ihnen eine sinnvollere Arbeit.

Und wie zufrieden sind die Arbeitnehmer mit ihren Vorgesetzten? Rund die Hälfte von ihnen beurteilen sie durchweg positiv, immerhin. Will aber auch heißen, bei der Hälfte aller deutschen Führungskräfte besteht „Potenzial nach oben“. Aber nur etwa ein Fünftel der befragten Arbeitnehmer gab an, Probleme mit dem Chef zu haben. Und das ist wohl die beste Nachricht aus dieser Studie.

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Talente schmieden statt suchen

Fachkräftemangel herrscht überall. Erst recht aber an wenig attraktiven Standorten. Was können Unternehmen dagegen tun?

Thorben Fasching arbeitet in führender Position bei der Digitalagentur Hmmh aus Bremen. Außerdem ist er Blogger auf einem Branchenportal. Dort schrieb er kürzlich über ein Recruiting-Problem, das auch in anderen Branchen bekannt sein dürfte, – und zum Glück auch über dessen Lösung. Der Titel seines Beitrages hieß „In der Provinz hilft nur eins: Nachwuchsförderung“.

Bremen, Provinz? Ja, in der Marketingbranche gehört die Halbmillionenstadt zum Outback. In Deutschland gibt es die fünf Top-Standorte Hamburg, Frankfurt, Düsseldorf, Berlin und München mit jeweils Tausenden von Agenturen. Ihnen stehen gerade einmal 150 in der Stadt an der Weserschleife gegenüber. Sie ist genauso Diaspora wie in anderen Geschäftsfeldern vielleicht Reutlingen, Landau oder Pasewalk. Oder auch Lüneburg, Uelzen und Soltau. Um Talente dorthin zu locken, reicht Imagewerbung und Employer Branding alleine nicht aus. Faschings Agentur aber braucht viele Fachkräfte, denn trotz ihres eher unbedeutenden Standortes handelt es sich um eine der größten Digitalagenturen Deutschlands. Um ihre Leute zu rekrutieren, geht sie Wege, die beispielhaft sind. Ihr Leitmotiv heißt, Schüler und Studenten schon frühzeitig an die Agentur zu binden. Und zwar noch während sie die Schul- und Hörsaal-Bänke drücken.

Schülern bietet die Kreativschmiede Praktika von bis zu drei Wochen Länge an. Dabei lernen sie das Berufsbild und das Arbeitsleben in einem Betrieb dieser Art kennen. Sie seien unerfahren, häufig unsicher, schreibt der Experte und Blogger, dafür aber extrem offen und dankbar für alles Erlernte. Ihnen werden interdisziplinäre Aufgaben angeboten, mit denen sie sich selbst beschäftigen, statt anderen nur stumm über die Schulter zu blicken. Beispielsweise könnten sie mit Hilfe der Agenturteams und unter Leitung eines Betreuers das Corporate Design eines fiktiven Marken-Flagshipstores kreieren.

Studenten sind eine weitere Zielgruppe. Mit ihnen hat die Agentur Synergiepotenziale erkannt. Die meisten von ihnen brauchen schließlich Nebenjobs, etwa um ihr WG-Zimmer zu finanzieren. Und die Agentur braucht auch in Zukunft qualifizierte Nachwuchskräfte. Also bietet sie beispielsweise Design-Studenten spezifische Projekte in Teilzeitarbeit an. Bei diesen Jobs werden sie bereits voll in die Teams integriert. Auch das Thema für die Diplomarbeit kann gemeinsam eruiert und erstellt werden, sofern sie einem Aufgabengebiet der Agentur und ihrer Kunden entspricht.

Der Vorteil für die Agentur: Als Absolventen sind die Nachwuchskräfte bereits mit Teams und Berufsfeldern vertraut. Ist die Tinte unterm Arbeitsvertrag trocken, müssen sie nicht erst noch wie Anfänger angelernt werden. Den Studenten wiederum bleibt die Jobsuche erspart, die ohne Referenzen oft recht mühselig ist. Und sie erleben einen fließenden Übergang in den Berufsalltag.

„Unser Erfolgsrezept: Nicht die Agentur, sondern vor allem der Nachwuchs soll von der Zusammenarbeit profitieren“, schreibt der Blogger und ergänzt, dass die Firma so auch über Studium, Praktika und eine erste Anstellung hinweg positiv in Erinnerung bliebe. So hätte die Agentur nicht nur einen Großteil der Teilnehmer an den Recruiting-Programmen als Nachwuchs-Arbeitnehmer gewonnen und sich Stellenausschreibungen, Auswahlprozesse und Vorstellungsgespräche sparen können. Vielmehr hätten viele auch nach einigen Jahren Arbeit in den Marketing-Metropolen und manch gewonnenen Meriten wieder den Weg zurück nach Bremen gefunden. Als Top-Leute der Branche, die die Agentur aufwerten. Eine Win-Win-Situation.

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