Monthly Archives: Dezember 2015

Die Zeit läuft uns nicht wirklich davon

aber man könnte es meinen, denn: Genießen wir den Advent denn in Ruhe, wie uns Stille Nacht und Jingle Bells im Radio suggerieren? Nein. Wir schließen noch unter Zeitdruck die letzten Projekte des Jahres ab und planen gestresst für 2016. Also steht mal wieder das gute alte Thema Zeitmanagement auf der Agenda. Genug beackert? Scheinbar nicht. Ich gebe hier mal die Tipps zweier Kollegen weiter, die im laufe der Woche ein paar Ideen und Gedanken in den Ring warfen.

Von Jens Kügler

Nico Rose ist Führungskraft in einem Konzern und Blogger des Magazins Lead Digital. Er bringt es auf den Punkt, indem er schreibt: Zeitmanagement-Techniken führen nicht dazu, dass wir mehr Zeit haben, aber es fühlt sich so an. Und wahrgenommene Kontrolle führt zu weniger Stress – wie bei einem Placebo-Effekt.

Wie managt der Blogger seine Zeit? Erstens erledigt er alles, was weniger als zwei Minuten beansprucht, sofort – wenn es geht. Dabei liest er die kurzen Mails oder unterschreibt die vorgelegten Dokumente, damit sich diese Kleinigkeiten nicht „stapeln“ und seine Mitarbeiter ohne Verzögerung weiterarbeiten können. Tipp Nummer zwei ist, nicht mehr als 60 Prozent seines Tages im Voraus zu verplanen. Auf diese Weise bleibt ihm Zeit genug für unerwartete Arbeiten. Wichtig ist ihm aber, dass die 60 Prozent als Zeitfenster definitiv geblockt bleiben.

Drittens empfiehlt der Manager, im E-Mail-Programm eine automatische Umleitung für bestimmte Nachrichten einzurichten. Vor allem für solche, auf denen er „nur“ cc-gesetzt ist. Denn diese beinhalten keinen akuten Arbeitsauftrag für ihn, so Nico Rose. Er schreibt, dass er Mails wie diese dann am Abend in einem Schwung liest.

Theresa Schunk von der Projektmanagement- und CRM-Plattform Teamleader ließ die Netzgemeinde im Laufe dieser Woche ebenfalls ihre Empfehlungen wissen. Sechs Tipps für Unternehmer hat sie den Lesern ihres Newsletters zusammengestellt.

Tipp Nummer eins besagt, sich fünf bis zehn Minuten Zeit pro Tag für den Kalender zu nehmen. Darin sind alle Aufgaben zu notieren und die End- bzw. Abgabezeiten festzuhalten. Dieser Kalender sollte natürlich von überall aus bearbeitet werden können – am besten auch auf mobilen Geräten. Klingt sehr allgemein? Tipp zwei ist schon spezieller. Jeder sollte notieren, wie lange er für bestimmte Aufgaben benötigt hat. Dieses „Timetracking“ helfe, so die Autorin, Problemfelder aufzudecken und zur Konzentration auf jene Aufgaben zu motivieren.

Drittens sollten Vorgesetzte ihren Mitarbeitern den Spielraum überlassen, ihre (kleinen) Projekte selbstständig zu managen und zu vollenden. Hierzu fügt die Kollegin ein Steve-Jobs-Zitat ein, das ich gern übernehme: „Es hat keinen Sinn, intelligente Mitarbeiter einzustellen und ihnen anschließend vorzuschreiben, was sie tun sollen. Wir stellen schlaue Leute ein, sodass sie uns erzählen können, was wir zu tun haben“.

Natürlich empfiehlt Theresa Schunk den Einsatz von Projektmanagement-Software und bezieht sich dabei sicher auf Leistungen ihres Hauses. Aber verkehrt ist der Hinweis sicher nicht, dass damit alle Projekte, Aufgaben, Prozesse und Mitarbeiter übersichtlich auf einem Bildschirm gesehen werden können. Auch spricht sie von der Nützlichkeit von „Schablonen“ für häufiger verwendete Kommunikations-Texte, die CRM-Tools bieten. Klingt sinnvoll und plausibel. Eigenwerbung hin oder her.

Last but not least spricht sich die Kollegin dafür aus, Fahrt- und Wartezeiten zu nutzen. Clouds, digitale Kalender – die Möglichkeiten dazu sind heute größer denn je. Und dem habe ich wirklich nichts hinzuzufügen – als regelmäßiger Notebook-Bahnreisender.

Empfehlen Sie diesen Beitrag:
FacebookTwitterGoogle+LinkedInXING

Weihnachtsfeier wie immer? Nein, es darf auch mal ein Dampfer sein!

Alle Jahre wieder beschäftigt uns das Thema: Die Weihnachtsfeier – das leidige Event. Oder das schöne. Denn es soll ja Firmen geben, deren Mitarbeiter sich auf die Feier freuen oder begeistert noch von früheren Jahren erzählen …

Von Jens Kügler

Chefbüro, Aldi-Glühwein, ein paar Lebkuchen: Wenn die Weihnachtsfeier so abläuft, wie am Anfang meines Artikels von vor einem Jahr beschrieben, verglüht sie in der Tat zum lästigen Pflichttermin. Dabei hat eine Weihnachtsfeier auch etwas mit Würdigung zu tun, wie der Blogtitel von damals verrät. Employer Branding drückt sich nämlich auch darin aus, wie viel Aufwand es einem Unternehmer wert ist, dieses jährliche Beisammensein mit all seinen Mitarbeitern zu begehen.

Die Wertschätzung beginnt schon bei der Auswahl des Veranstaltungsortes. Denn woran erinnern sich die Mitarbeiter gerne auch noch nach Jahren? In ihren Gesprächen vielleicht an den feierlichen Sektempfang, ans mehrgängige Menü, an die kleine Show und die anschließende Disco. In ihrem geistigen Auge aber sehen sie dabei stets das Ambiente. Das Drumherum. Sei es im historischen Kellergewölbe. Oder im Rittersaal. Oder in der kleinen Loft hoch oben in der Speicherstadt. Gern auch im Nebenraum vom stilvollen Sushi-Restaurant. Denn Räume prägen eine Veranstaltung – das wissen nicht nur Event-Profis.

Historie oder Moderne, schlichte Eleganz oder Einfachheit, imposante Architektur oder gemütliches Interieur: Warum sollte der Ort einer Feier nicht auch die Firmenphilosophie oder sogar das Corporate Design widerspiegeln? Hippe IT-Leute oder Kreative lieben Locations in ehemaligen Industriehallen, denn die sind trendig und angesagt. Bei körperlich hart arbeitenden Menschen könnten sie dagegen negative Assoziationen wecken. Nicht jeder mag im Saal von Opas Zeche feiern.

Ein anderer Ansatzpunkt heißt daher: einen Ort wählen, der die Mitarbeiter völlig aus dem Firmenalltag und -ambiente aussteigen lässt. Wer täglich mit – sagen wir – Premium-Automobilen oder Luxusimmobilien zu tun hat, freut sich vielleicht auf einen rustikalen Alm-Abend (und „Almen“ gibt es inzwischen in vielen Gewerbegebieten). Ebenso happy ist, wer aus einer Alltagswelt stupider Aktendeckel und grauer Rollschränke befreit und stattdessen mit Lounge-Mobiliar, Lichtspielen und dezenten Klängen verwöhnt wird. Vorausgesetzt natürlich, Geschichte wiederholt sich nicht. Will heißen: das Event ist in dieser Form einmalig.

Wo jeder gerne feiert? Zum Beispiel im kleinen Kabarett- oder Varieté-Theater in der Stadt. Oder in der gecharterten Trambahn mit Glühwein und Partymusik, wenn diese Art des Festes zum Großteil der Belegschaft passt. Selbst in Fußballstadien oder den VIP-Bereichen bekannter Pferde- oder Motorsport-Rennbahnen lassen sich Räume für ein paar Dutzend Personen mieten – inklusive Führung durchs „Allerheiligste“ des Hauses. Im Areal der Rennteams und im Boxenstopp-Gelände schlagen Männerherzen höher. Aber für eine stimmungsvolle Show oder einen lustigen Themenabend begeistern sich die Frauen ebenso.

Das schönste Weihnachtsgeschenk vom Chef ist es für viele Mitarbeiter, wenn auch ihre Partner und Kinder mit eingeladen werden. Hierfür bieten Freizeitparks die ideale Bühne, zumal sie mit Kinderattraktionen aufwarten und in der Adventszeit meist traumhaft festlich geschmückt erstrahlen. Und es besteht überhaupt kein Grund dafür, vor großen Namen wie Europapark Rust oder Center Parcs zurückzuschrecken. Anlagen wie diese verfügen meist auch über kleinere Ausstellungs-, Tagungs- oder eben Partyräume. Plus Sport- und Freizeitmöglichkeiten, um die Feier zum Beispiel mit einem Incentive-Event zu krönen. Wichtig nur, dass die Verkehrsanbindung für die Belegschaft sinnvoll ist.

Eine Location muss natürlich auch kein Lokal im klassischen Sinn sein, im Gegenteil: Warum nicht auch ein „Dampfer“! Hafenbarkassen oder Linienflussschiffe wie z.B. das Donauschiff MS Renate können z.T. komplett, deckweise, aber auch tischweise reserviert werden. Die Flussschiffe verkehren in der Regel nur von Frühjahr bis Herbst im Liniendienst und können im Winter gechartert werden.

Inspirationen für Orte zum Feiern geben Kataloge oder Online-Portale wie Event-Locations.de. Was darin zu finden ist, reicht vom Stadthallen-Café übers Golfhaus an der Nordsee bis hin zur Burg überm Rhein oder dem eigens errichteten, wetterfesten Partyzelt an jedem Ort. Auch die unterschiedlichsten Künstler, Musiker, Caterer und Raumausstatter bieten in diesen Katalogen und Buchungsplattformen ihre Dienste an. Wer Ideen sucht: einfach einmal schmökern!

Natürlich muss die Verhältnismäßigkeit gewahrt bleiben. Ein Zwanzig- oder Dreißig-Mitarbeiter-Unternehmen füllt keine Großraumdiskothek oder ehemalige Industriehalle. Und wer gerade ein Drittel seiner Belegschaft entlassen musste, sollte sicher nicht ins Ambiente eines Adlon oder Vier Jahreszeiten einladen. Aber kleine, zauberhafte Event-Räume gibt es inzwischen in Hülle und Fülle, denn der Markt dafür wächst ständig. Und die Profis aus Eventmanagement und Agenturen wissen: Wenn schon allein die Location einen einzigartigen Eindruck hinterlässt, bleibt jedes einzelne Fest in Erinnerung. Auch nach Jahren.

Empfehlen Sie diesen Beitrag:
FacebookTwitterGoogle+LinkedInXING