Monthly Archives: August 2016

Motivator Lampenfieber

Ein Vortrag steht an. Eine Rede ist zu halten. Kunden erwarten eine Präsentation. Und dann? Das Herz rast, der Puls schlägt Kapriolen, Schweiß bricht aus. Die Hände werden feucht und zittrig. Das Lampenfieber schlägt wieder durch! Was tun?

Zunächst einmal ist Lampenfieber keine Krankheit wie etwa Depression, sondern eine ganz natürliche Reaktion unseres Körpers mit unserem Savannengehirn. Denn Letzteres hat sich nicht wesentlich verändert seit jener Zeit, als vor rund 50.000 Jahren die ersten modernen Menschen auftauchten und in einer lebensgefährlichen Wildnis unter Raubtieren lebten. Vor Situationen, die wir als bedrohlich empfinden, schüttet der Körper Stresshormone und Adrenalin aus und versetzt uns in Kampf- oder Fluchtbereitschaft. Zum Glück, denn damit hat sich Homo Sapiens sein Überleben gesichert!

Wir haben zwar keine Angst um unser Leben. Aber Angst vorm Scheitern, vor Zurückweisung und davor, bloßgestellt zu werden. Dabei bringt gerade das Lampenfieber Eigenschaften mit sich, deren Wirkung wir ins genaue Gegenteil verwandeln können. In Motivation! Lampenfieber kann uns sogar zu Höchstleistungen anspornen. Wie das?

Der Adrenalinausstoß erzeugt einen Hallo-Wach-Effekt und hilft uns, die Sinne zu schärfen. Wir werden aufmerksamer und können uns damit auf den Vortrag oder die Präsentation fokussieren. Aufgeregtheit kann sich in Freude verwandeln! Und um die Anspannung abzubauen, nutzen wir den Weglauf-Instinkt und treiben tatsächlich Sport. Oder bewegen uns zumindest. Selbst ein Spaziergang oder die Flure auf und ab gehen hilft. Viele geübte Redner praktizieren erfolgreich das wiederholtes Anspannen und Lockern der Muskeln.

Neben der „Umpolung“ des Lampenfiebers gibt es noch weitere Tricks, Selbstsicherheit zu erlangen und einen Vortrag erfolgreich zu gestalten. Ein Redenforscher hat herausgefunden, dass die ersten sieben Sekunden entscheidend für den Eindruck sind, den sich die Zuhörer von einem Redner machen. Daher ist der Einstieg schon die halbe Miete: Ein Witz, eine Anekdote, eine bildhafte Szene, ein Ton wie beim Plaudern – und das Publikum ist auf unserer Seite.

Wichtig ist, die Rede gut vorzubereiten und sie wieder und wieder im Kopf durchzuspielen. Wie könnte das Publikum reagieren? Welche kritischen Fragen könnten auftauchen? Wer sich damit auseinandersetzt, wird an kritischen Stellen während der tatsächlichen Rede nicht so leicht verunsichert. Im Telefonmarketing wird diese Methode professionell angewendet. Jeder Callcenter-Agent hat eine Liste mit sogenannten Einwand-Argumenten vor sich.

In jedem Publikum gibt es potenzielle Buhrufer und potenzielle Claquere. Gute Redner suchen immer wieder den Blickkontakt mit jenen Menschen, die ihnen zustimmen und schauen über die Pessimistischen hinweg. So bauen sich Redner und Publikum gegenseitig auf. Es entsteht eine Eigendynamik, die den ganzen Auftritt trägt.

Redner haben fast immer ein Glas Wasser vor sich. Aus gutem Grund. In Stresssituationen wird weniger Speichel produziert und der Mund trocknet aus. Deswegen: Vor Beginn und während der Rede immer einen Schluck trinken! Und die nervösen Bewegungen der Hände? Die lassen sich in Gesten verwandeln, die den Vortrag untermalen. Was zu vermeiden ist? Kleidung aus synthetischen Stoffen. Darin schwitzen wir leicht. Besser ist Baumwolle oder – sofern möglich – atmungsaktive Kleidung. Und zwar in hellen Farben, auf denen Schweiß kaum zu sehen ist.

Und noch etwas. Wer sich wiederholt einer Redensituation stellt statt ihr auszuweichen, ist im Ernstfall der bessere Präsentator.

Empfehlen Sie diesen Beitrag:
FacebookTwitterGoogle+LinkedInXING

So kommunizieren Powerfrauen richtig mit Männern!

Warum sind Frauen in Führungspositionen unterrepräsentiert? Ganz klar: es liegt nur an ihnen! Sie gehen falsch mit den männlichen Kollegen um! Meint jedenfalls eine US-Satirikerin und gibt Tipps …

Von Jens Kügler

Die Zeitschrift w&v hat in einem ihrer letzten Newsletter einen Link zur Seite der Bloggerin und Komikerin Sarah Cooper veröffentlicht. Die wesentlichen Inhalte des Blogbeitrages „9 Non-Threatening Leadership Strategies for Women“ möchte ich einfach kurz wiedergeben. Sie sind natürlich nicht ganz ernst gemeint. Vielmehr zeigen sie: Diese Dame hat Humor und hält Frauen wie Männern den Spiegel vor.

Also: Sollten Männer starke Frauen akzeptieren und sich nicht von ihnen herausgefordert fühlen? Ja, schreibt Cooper. Vorausgesetzt, die Ladys provozieren sie nicht. Regel eins: Beim Setzen einer Deadline sagt die Powerfrau zum männlichen, ihr unterstellten Kollegen nicht etwa „Das muss bis Montag fertig sein“. Smarter ist natürlich die Frage: „Denken Sie, Sie könnten dies bis Montag fertigbekommen?“. Männer wollen schließlich die Denker sein!

Regel zwei dreht sich darum, wer Ideengeber ist. Statt „Ich habe eine Idee“ zu sagen, nimmt sich die feinfühlige weibliche Führungskraft selbstverständlich zurück und überlässt das Feld den Männern mit den Worten: „Ich denke nur gerade laut“. Die dritte Regel betrifft den E-Mail-Verkehr. Schreibt sie „Schick mir die Präsentation, wenn sie fertig ist“? Nein. Sie schmückt die Mail aus mit Emoticons und lieben Worten aus: „Hey Jake. :-) Kann ich mal in deine Präsentation blicken, wenn sie fertig ist :-) Danke !! :-) :-)“.

Bei Regel vier geht es wieder um Ideen. Und zwar diesmal darum, was sie zu sagen hat, wenn ihr die Idee geklaut worden ist. Falsch: ein enttäuschtes Gesicht, das äußert „Ja, das ist doch genau das, was ich eben gesagt habe“. Richtig: ein lächelndes „Danke, dass Sie es so klar artikuliert haben“. Regel fünf betrifft sexistische Kommentare. Sie reagiert nicht etwa mit „Das ist nicht angemessen. Ich mag das nicht“, sondern lächelt einfach peinlich berührt darüber hinweg.

Was ist, wenn sie etwas, das ihr der männliche Kollege erklärt, schon längst weiß? Das ist Thema in Regel sechs. Sie sagt nicht etwa „Das habe ich Ihnen doch schon vor sechs Monaten beigebracht“, sondern „Schön, dass Sie es mir nochmal erklären“. So kommt „er“ sich nützlich vor! Regel sieben greift, wenn „sie“ seine Fehler entdeckt. Falsch: „Diese Zahlen stimmen nicht!“. Richtig: „Entschuldigung, stimmen diese Zahlen? Ich bin mir nicht zu hundert Prozent sicher. Ich hasse Zahlen“.

Nummer acht betrifft die Zusammenarbeit. Natürlich überholt „sie“ den Kollegen nicht durch schnelles Zehnfingersystem-Tippen auf der Tastatur. Das wäre unkollegial. Sie tippt natürlich zart und langsam mit einem Finger. Die letzte Regel, Nummer neun, rät den Frauen zum korrekten Verhalten bei Meinungsverschiedenheiten. Und die ist wirklich ganz simpel. Wenn sie einfach sagt: „Diese Strategie wird unser Problem nicht lösen“, sollte sie sich einen Schnurrbart aufsetzen. Dann, so die Bloggerin, wirke sie männlicher und der Gegenüber stimmt zu. So einfach geht also weibliches Führen!

Empfehlen Sie diesen Beitrag:
FacebookTwitterGoogle+LinkedInXING

Jobmotor Migranten

Unternehmer mit ausländischen Wurzeln beleben die Konjunktur in Deutschland. Das beweist eine aktuelle Studie eindrucksvoll.

„Ausländer raus“ – wer Hetzparolen wie diese ruft, hat nicht nur Angst vor fremden kulturellen Einflüssen (eine immer noch erlaubte Partei des radikalen Spektrums benutzt den Begriff „Überfremdung“). Ein Beweggrund für solches Denken ist oft ist die Angst vorm Verlust des Arbeitsplatzes durch Zuwanderer. Doch die ist null und nichtig. Ausländer nehmen keine Arbeitsplätze weg. Sie schaffen sie!

Eine der guten Nachrichten dieser Woche macht seit gestern die Runde: Es ist das Ergebnis einer Studie der Bertelsmann Stiftung, durchgeführt von der Prognos AG. Danach hat sich die Zahl der Stellen, die durch Unternehmer mit ausländischem Wurzeln geschaffen wurden, von 2005 bis 2014 um 36 Prozent erhöht. Von 947.000 auf 1,3 Millionen. Die Zahl der Unternehmer mit Migrationshintergrund stieg im gleichen Zeitraum um rund 25 Prozent von 567.000 auf 709.000.

Dönerbuden? China-Restaurants? Kioske? Griechische Gemüseläden? Also Kleinst- oder Familienbetriebe? Nein, all das sind Klischees. Nahezu die Hälfte aller nicht-deutschstämmigen Unternehmer arbeitet im Dienstleistungs-Sektor, jeder fünfte im produzierenden Gewerbe. Nur noch 28 Prozent sind in Handel und Gastronomie tätig.

Doch die Stellen, die ausländisch-stämmige Unternehmer schaffen, verteilen sich sehr unterschiedlich auf die Bundesländer. Anders ausgedrückt: Es gibt sie vor allem im Westen. Allein in Nordrhein-Westfalen sind es 300.000 Arbeitsplätze. In den ostdeutschen Flächenländern dagegen ganze 31.000. Dort, wo Arbeitsplätze aufgrund hoher Arbeitslosigkeit am dringendsten gebraucht werden, manifestiert sich die Ausländerfeindlichkeit am lautesten. Ironie einer Gesellschaft.

Frühere Studien haben bereits belegt, dass die Gründerquote unter Menschen mit Migrationshintergrund etwa doppelt so hoch ist wie die unter Menschen mit einheimischen Wurzeln. Einer der Gründe dafür liegt tatsächlich in einer Form von Diskriminierung: Personen mit ausländischen Namen – insbesondere mit südländischem oder orientalischem Klang – haben es schwer, auf Führungspositionen in deutschen Unternehmen aufzusteigen. Ihnen fehlen das Vertrauen, aber auch die Netzwerke in der Führungsebene. Sie gründen Unternehmen, weil sie selbstständig sein müssen, wenn sie Ehrgeiz haben, unternehmerisch denken und gutes Geld verdienen wollen.

Übrigens: Weitere Bertelsmann-Studien kommen zu Ergebnissen wie „Sozialstaat profitiert von Zuwanderung – 22 Milliarden Euro Entlastung“ oder „Deutschland benötigt mehr Zuwanderung aus Nicht-EU-Staaten, um Lücken im Arbeitsmarkt zu schließen“. Schön, wenn so etwas häufiger publiziert und öffentlich diskutiert würde. Statt plumper Pegida-Parolen.

Empfehlen Sie diesen Beitrag:
FacebookTwitterGoogle+LinkedInXING

Die Marke Mensch

Die meisten Marken werben mit den tollsten Produkt- und Leistungs-Vorteilen. Am erfolgreichsten aber sind jene, die man durch kein Logo oder keinen Claim kennt. Sondern durch ein Gesicht.

Ob Steve Jobs, Claus Hipp, J.J Darboven, Dale Carnegie, Adolph Freiherr von Knigge, der Game-Blogger Pewdiepie oder der Herr Grupp von Trigema: Eines haben all diese Personen gemeinsam. Obgleich sie zu ganz unterschiedlichen Zeiten gelebt haben oder leben und in ganz unterschiedlichen Kreisen gewirkt haben oder wirken. Sie haben sich und ihre Person zu einer unverwechselbaren Marke gemacht. Zu einer Marke, die durch sie nicht nur ein Alleinstellungsmerkmal gewann. Ihre Marke wurde zum Synonym für eine ganze Produktkategorie, Diensleistung oder Geisteshaltung. Diese Menschen stehen gleichsam für das, was sie bieten. Ihr Produkt wird durch sie wahrgenommen und erhält das vielzitierte Gesicht.

Warum sind „Menschen-Marken“ erfolgreicher als andere? Es ist ganz einfach. Wir Menschen kaufen lieber bei einem Menschen, bei einer Persönlichkeit ein statt bei einem anonymen Unternehmen. Wir vertrauen seinem persönlich ausgesprochenen Versprechen. Weshalb? Weil dieser Mensch offensichtlich selbst so überzeugt dahinter steht und all seine Kraft und Energie nur in sein Produkt und den Dienst an seinen Kunden zu stellen scheint.

Wie aber wird ein Mensch zur Marke? Es ist nicht allein das überzeugende Auftreten oder die ständige Präsenz. Vielmehr haben „Marken-Menschen“ Geschichten zu erzählen. Sie bieten Content, wie wir das heute nennen, sie betreiben Storytelling. Sie schaffen sich nicht nur einen Expertenstatus. Sie sind Meinungsführer, Meinungsmacher.

Die modernen Medien, die sozialen Netzwerke machen es heute einfacher denn je, zur Menschen-Marke zu werden – aber auch schwerer. Denn immer mehr Menschen probieren, sich zu positionieren. Und die Wahrnehmung eines Publikums lässt nicht unendlich viele solcher bekannten Gesichter zu. Um Erfolg zu haben, muss ein Unternehmer-Mensch zuerst selbst reflektieren und herausfinden: Wer bin ich? Wofür stehe ich? Was ist mein USP?

Auch daraus ist längst ein Business geworden. Personal-Branding-Agenturen bieten Hilfe bei der Suche nach der Kernkompetenz und der Positionierung. Sie helfen, eine Reputation in den elektronischen Medien aufzubauen. Wichtig ist, dass Marken-Menschen ihre Botschaften permanent über Kanäle wie Facebook oder Twitter verbreiten. Über ihre Blogs bieten die Marken-Menschen ihren Fans Mehrwerte durch unterhaltende Informationen und Diskussionen. Sie untermauern ihre Kompetenz. Und sie bieten den „Fans“ eine Plattform zur Interaktion und nehmen sie ernst. Schließlich kommen sie in allem, was sie kommunizieren, ehrlich und sympathisch herüber. Wer dazu bereit und in der Lage ist oder dafür professionelle Hilfe zulässt, hat Chancen, zur erfolgreichen Menschen-Marke von morgen zu werden.

Empfehlen Sie diesen Beitrag:
FacebookTwitterGoogle+LinkedInXING