Monthly Archives: September 2016

Wo gibt’s die besten Chefs?

Ist der American Way of Life auch die bessere Führungs-Kultur? Oder sind europäische Manager und Führungsriegen menschlicher? Mit Fragen wie diesen beschäftigt sich eine aktuelle Studie.

Von Jens Kügler

Unzufriedenheit mit Vorgesetzten und Arbeitsplätzen – das ist keine lokale, nationale oder kulturelle Erscheinung. Vielmehr handelt es sich um ein weltweites Phänomen. So ist es der aktuellen „Dale Carnegie Global Leadership Study 2016“ zu entnehmen. Das Franchise-System für Fortbildung und Persönlichkeitsentwicklung, das auf allen Kontinenten tätig ist, ließ über 3.300 Vollzeit-Beschäftigte in 14 Ländern befragen. Die Positionen reichten vom kleinen Angestellten bis hin zum Geschäftsführer – in einem Mix aus vielen Branchen, in Unternehmen vom KMU bis hin zum Konzern.

Auf alle Ergebnisse einzugehen würde den Rahmen dieses Blogs sprengen. Daher seien an dieser Stelle nur einige exemplarische Zahlen genannt und einige Vergleiche zwischen Europa und den USA gezogen. Weltweit gesehen sind nur 17 Prozent aller Angestellten sehr zufrieden mit ihrem Job. 44 Prozent sind irgendwie zufrieden („somewhat satisfied“), 20 Prozent dagegen irgendwie oder sehr unzufrieden („somewhat or very dissatisfied“). Übrigens, am zufriedensten zeigten sich Mexikaner und Brasilianer mit 29 Prozent „very satisfied“, während Asiaten und Europäer mit nur 21 Prozent die geringste Zufriedenheit angaben. 16 Prozent aller Befragten sind aktuell auf der Suche nach einem neuen Job. Fast jeder Sechste also …

Die „Top 5“ der Verhaltensweisen von Führungskräften weltweit sind der Studie zufolge das Respektieren anderer Meinungen, aufrichtige Anerkennung, aufmerksames Zuhören, die Wertschätzung von Arbeitsbeiträgen und das Zugeben eigener Fehler. Rund drei Viertel aller Befragten gaben an, dass sie sich durch Vorgesetzte, die Lob und aufrichtige Anerkennung geben, stärker motiviert fühlen als durch solche, die sich vor allem auf die Durchführung des Jobs fokussieren.

Die Unterschiede zwischen Europa und Nordamerika? Auf dieser Seite des Atlantiks legen 81 Prozent auf Vorgesetze Wert, die loben und anerkennen. In den USA und Kanada sind dies nur 76 Prozent. Nur etwa 60 Prozent der Europäer wünschen sich Chefs, die sie ermutigen und den Glauben an ihre Verbesserungs-Fähigkeiten förderten („encourage me and make me believe in my ability to improve“). In Nordamerika kreuzten dies rund 80 Prozent an. Bei weiteren Themen rings um Lob, Motivation oder Selbstkritikfähigkeit ihrer Chefs gaben Europäer und Amerikaner recht ähnliche Werte an.

Das Fazit: Die „besseren Chefs“ gibt es nicht. Hüben wie drüben herrschen ähnliche Defizite in den Chefetagen.

Empfehlen Sie diesen Beitrag:
FacebookTwitterGoogle+LinkedInXING

Franchise-Gründer „mieten“ starke Marken

Existenzgründer aufgepasst: Franchise-Geber suchen wieder verstärkt nach neuen Partnern. Nutzen Sie die Chance!

Von Jens Kügler

Träumen Sie davon, Ihr eigener Chef zu sein? Doch Ihnen fehlt eine wirklich erfolgversprechende Geschäftsidee? Nutzen Sie doch einfach eine bestehende, die Sie bei sich vor Ort umsetzen können. Pachten Sie dazu einen etablierten Markennamen! Wovon ich rede, ist Franchising. Werfen Sie mal einen Blick auf die virtuellen Franchise-Messen: Jetzt, nach dem Ende der Urlaubszeit, werden viele Franchise-Geber wieder aktiv und starten Werbe-Offensiven für ihre Systeme, um neue Partner zu finden.

Franchise-Nehmer betreiben das Geschäft der Franchise-Kette in einem für sie exklusiv reservierten Vertriebsgebiet, beispielsweise in ihrer Stadt oder ihrem Landkreis. Dort sind sie es, dem die hippe urbane Bio-Salat- und Smoothie-Bar, das beliebte Burgerrestaurant, der voll ausgestattete Werkzeug-Vertrieb, das moderne EMS-Fitnessstudio, den angesagten Öko-Teeshop oder das szenige Beauty- und Wellness-Studio gehört. Ihr größter Vorteil: Unter diesen Markennamen und mit diesem spezialisierten Angebot haben sich schon Dutzende, vielleicht Hunderte anderer Franchisenehmer an anderen Standorten erfolgreich durchgesetzt. Das Geschäftsmodell hat bewiesen, dass es funktioniert. Und jeder neue Gründer startet mit besseren Chancen, weil seine Marke bekannt ist und er von der überregionalen Werbung des Franchise-Gebers profitiert.

Doch Franchising heißt nicht Filial-Übernahme: Der Franchise-Nehmer baut das Geschäft selbst auf, kauft die Ware ein und finanziert alles zu 100%. Er ist wirtschaftlich voll eigenverantwortlich und trägt als freier Unternehmer auch das volle Risiko. Mehr noch: Er zahlt meist eine hohe System-Eintrittsgebühr sowie eine monatliche fixe oder umsatzabhängige Franchise-Gebühr. Dafür, dass er die Marke nutzen kann und das Know-how vermittelt bekommt. Und noch etwas: Der Franchise-Nehmer ist nicht ganz frei in seinen Entscheidungen. Im Franchise-Vertrag schreibt ihm der Franchise-Geber – die Zentrale – genau vor, wie er seine Produkte herzustellen und seine Dienstleitung umzusetzen hat und wie er auftreten soll. Er übernimmt auch das Corporate Design. Es soll schließlich für den Kunden wie eine Filiale aussehen, wie eine Kopie der anderen Betriebe, bei denen der Käufer immer ganz genau weiß, was er bekommt.

Doch die Vorteile liegen klar auf der Hand. Es ist nicht nur die Marke und das erfolgserprobte Konzept. Franchising bedeutet Arbeitsteilung. Die Zentrale schult ihre Franchise-Nehmer nicht nur oder stattet sie mit Werbematerialien aus. Sie übernimmt viele administrative Aufgaben, zum Beispiel Organisation, Controlling oder Benchmarking – und oft auch Abrechnung oder Buchführung. Hinzu kommt fast immer der gemeinsame zentrale Einkauf zu Vorteilskonditionen, denn der Franchise-Geber ordert für alle Partnerbetriebe in großen Stückzahlen. Ach ja, und er kümmert sich um die Belieferung. Meistens haben Franchise-Netze ein Warenwirtschaftssystem – und alles läuft automatisch.

Franchise-Geber helfen auch bei der Markt- und Standortanalyse, der Erstellung des Business- und Finanzierungsplans und bei den Kreditverhandlungen, denn sie haben die Kontakte und ebendies im Zweifelsfall schon hundertmal für andere Partnerbetriebe getan. Der Sinn liegt darin, den Franchise-Nehmern einen schnelleren Start zu ermöglichen und ihnen den Rücken zum Verkauf und zum Service am Kunden freizumachen. Sprich, für ihr Kerngeschäft. Das bedeutet mehr Umsatz für den Franchise-Nehmer und im Regelfall auch mehr Gebühreneinnahmen für die Zentrale. Deshalb verbergen sich hinter immer mehr scheinbaren Filialsystemen in Wirklichkeit Franchise-Netzwerke. Denn sie sind am Markt schlagkräftiger.

Ok, Sie sind kein Profi-Koch. Müssen Sie als Franchise-Gastronom auch nicht sein. Sie sind kein ausgebildeter Fitness-Trainer? Dann können Sie trotzdem bald Ihr Studio eröffnen. Denn Franchise-Firmen bieten meist ein ganz spezielles Produkt oder eine hochspezialisierte Dienstleistung. Das ist auch ihr Alleinstellungsmerkmal. Und darin werden Sie als Quereinsteiger von der Zentrale vielleicht zwei, vielleicht drei Wochen lang geschult. Was einen Franchise-Nehmer qualifiziert, ist vor allem eins: Er muss gut verkaufen können und dem Umgang mit Kunden lieben. Wenn dann auch die Finanzierung klappt, steht dem Start in eine (fast) sicheren Selbstständigkeit nichts mehr im Weg.

Empfehlen Sie diesen Beitrag:
FacebookTwitterGoogle+LinkedInXING

Fortbildung motiviert, Stillstand frustriert

Wie viel Potenzial steckt hinter dem Zauberwort Weiterbildung? Ein Beispiel verdeutlicht dies, eine Studie zeigt es schwarz auf weiß.

Von Jens Kügler

Stellen Sie sich vor, Sie arbeiten als Fachwirt für Veranstaltungstechnik in einer Eventagentur. Ihr Chef ruft Sie zu sich ins Büro und fragt Sie: „Müller, was halten Sie davon, wenn wir Sie zur Fortbildung zum Meister für Veranstaltungstechnik und Event-Management schicken?“. Was bedeutet das für Sie – Müller? Dass Sie die Chance haben, eine Karrierestufe hinauf zu klettern und Wissen zu erwerben, das Sie zu Ihrem Nutzen und zum Nutzen des Unternehmens einsetzen werden. Es heißt aber noch viel mehr. Zwischen den Zeilen hat Ihnen Ihr Chef soeben mitgeteilt, dass er mit Ihren Leistungen als Fachwirt so zufrieden ist, dass er Ihnen deutlich mehr zutraut. Er hat Sie gelobt und schenkt Ihnen die Fortbildung – irgendwo auch als Dank und Anerkennung.

Weiterbildung ist ein Mittel zur Motivation und Mitarbeiterbindung. Was Sie als Arbeitnehmer fühlen – nämlich anerkannt und angespornt worden zu sein – bestätigt eine Studie, die dieses Gefühl quasi bereits im Namen trägt. Sie heißt „Motivieren, Binden, Weiterbilden“ und wurde von der DUW Deutschen Universität für Weiterbildung in Auftrag gegeben. Für die DUW fragte das Meinungsforschungsinstitut Forsa über eintausend Arbeitnehmer. Dazu führte das Institut Experten-Interviews mit Personalern, Beratern und Psychologen.

Das Ergebnis? Insgesamt 54 Prozent aller Arbeitnehmer würden sich ihren Arbeitgeber am liebsten gezielt nach den Angeboten zur Weiterbildung aussuchen. 19 Prozent sind jedoch mit den Angeboten ihres derzeitigen Arbeitgebers unzufrieden. Will heißen: Unternehmen mit Fortbildungsmöglichkeiten sind begehrt. Damit haben sie die Nase vorn im War for Talents. Doch gestaffelt nach Altersklassen ergibt das Studienergebnis ein sehr differenziertes Bild:

Für 60 Prozent der 25- bis 35-Jährigen sind die Weiterbildungsangebote ein ausschlaggebendes Kriterium, wenn es darum geht, einen Job anzunehmen. Für 43 Prozent sind sie sogar enorm wichtig. Bei den älteren Arbeitnehmern lässt der Wunsch nach Weiterbildung jedoch enorm nach. „Sehr wichtig“ kreuzten nur noch 30 Prozent der über 36-Jährigen an. Bei den über 56-Jährigen waren es sogar nur noch schlappe 17 Prozent.

Was dies für die Unternehmen bedeutet? Sie sollten die Fähigkeiten ihrer Mitarbeiter genauestens kennenlernen und gezielt fördern. Möglich ist dies am besten durch persönliche Gespräche und gezielte Fragen nach Kenntnissen, Wünschen und Bedürfnissen. Und sie sollten ihnen eine Vision und die Werte des Unternehmens und ihrer Tätigkeit vermitteln. Bei den jungen Arbeitnehmern der sogenannten Generation Y sind die Sinnhaftigkeit ihrer Arbeit und die Selbstverwirklichung ohnehin meist wichtiger als – sagen wir – das Gehalt.

Und was ist mit den Älteren? Ist ihr geringeres Interesse an Fortbildungen ein Ruhekissen für Unternehmer? Nein. Denn auch ältere Erwerbstätige arbeiten umso besser, je motivierter sie sind. Und hier muss der Chef in Vorleistung gehen. Wissen altert mit, neues muss vermittelt werden. Und ein 60-Jähriger wird sich nicht weniger gut in einer Szene wie der oben geschilderten fühlen als ein 30-Jähriger.

Empfehlen Sie diesen Beitrag:
FacebookTwitterGoogle+LinkedInXING

Dein Kunde, das unbekannte Wesen

Unternehmer sind überzeugt: Wir haben das beste Produkt. Und das kommunizieren sie auch. Doch wissen sie, was ihre Kunden wirklich wünschen? Das beste „Produkt“, um dies herauszufinden, sind regelmäßige Feedbacks.

Von Jens Kügler

Im ersten Quartal des Jahres 2009 verlor ein Vermittler von Mobilfunkverträgen ganze 80 Prozent an Bestellern im Vergleich zum vierten Quartal des Vorjahres. Es gab viele Gründe, darunter das schwache Geschäft nach Weihnachten, die schlechte konjunkturelle Lage in der Euro- und Bankenkrise sowie die Marktsättigung mit Mobilfunkverträgen. Vor allem aber hatte sich der schlechte Service des Vermittlers im Markt herumgesprochen. Der Ruf war mittels negativer Blogposts, Meinungsaustausch von Kunden im Internet und Presseberichten ruiniert worden. Und es gab praktisch kein Beschwerde-Management. Die Kunden fühlten sich alleingelassen und blieben schließlich weg.

Kürzlich ergab eine Umfrage von Oracle & Harris Interactive, dass sage und schreibe 89 Prozent aller Kunden wegen negativer Kauferfahrungen zur Konkurrenz gewechselt sind. 86 Prozent gaben sogar an, sie würden bei einer positiven Kauferfahrung mehr bezahlen. Will heißen: Produkt-Features und Preis dienen immer seltener als relevante Kaufkriterien. Wichtig sind vielmehr die Erlebnisse und Emotionen, welche die Kunden mit dem Produkt und der Marke, den Menschen dahinter und dem Service verbinden. Für die Unternehmen heißt das, sie müssen Dialog führen, zuhören und ihre Kunden ernst nehmen. Oder wie es Ute Hagen ausdrückt: Sie müssen ihre Kunden lieben.

Zunächst einmal gilt es für Marken und Produkte, emotional aufgeladen und mit Werten identifizierbar zu werden. Storytelling ist ein Weg dorthin. Steve Jobs hat es uns vorgemacht. Das iPhone braucht niemand wirklich, es gibt günstigere Handys mit gleichen oder sogar besseren Features. Und doch lieben die Kunden das Gadget von Apple. Was aber wünschen sich die Kunden am meisten? Dass die Anbieter ihnen zuhören, Dialog mit ihnen führen – das geht natürlich weit über die freundliche Beratung und Befragung am POS hinaus. Es schließt Kommunikation auf allen Kanälen mit ein, denn das erwarten die Kunden mehr denn je in der Always-on-Welt.

Regelmäßige Kunden-Feedbacks geben Unternehmen nicht nur Einblicke in die Wünsche und Gefühle ihrer Kunden. Sie ermöglichen es den Unternehmen sogar, die Kaufentscheidungen ihrer Kunden zu antizipieren und ihr Angebot darauf abzustimmen. Für Feedbacks gibt es inzwischen eine Vielzahl an Methoden. Sie reichen von Nachfrage des freundlichen Servicemitarbeiters direkt im Laden über Online- oder Telefon-Befragungen bis hin zu Studien und Community-Analysen. Moderne Technik und Multi-Channel-Marketing machen’s möglich und leicht.

Wenn die Kunden ein nachhaltiges Interesse der Markenartikler an ihnen und ihren Interessen spüren, werden sie nicht nur zu loyalen Käufern, die wiederkommen. Sie treten als begeisterte und begeisternde Botschafter der Marke im Familien-, Freundes- und Kollegenkreis auf und tragen mehr zu deren Image bei, als es eine Werbekampagne je könnte.

Apropos Kollegenkreis: Unternehmen müssen ihr „Ohr“ heute auch mehr denn je nach innen richten. Wir sprechen nicht von ungefähr über die Werte der Arbeitgebermarke. Die eigenen Mitarbeiter können Ideen und Optimierungs-Ansätze mit einbringen und möchten dies auch. Inzwischen gehören rund 30 Prozent aller Arbeitnehmer in Deutschland zur Altersgruppe der „Digital Natives“. 2025 werden voraussichtlich drei Viertel aller Mitarbeiter der sogenannten Generation Y angehören. Diese junge Menschen sind es gewohnt, flexibel zu sein, mitzugestalten, sich mit ihrer Arbeit zu identifizieren und offene Dialoge über alle Kanäle zu führen. Sie erwarten es, ernst genommen zu werden. Regelmäßige Feedbacks sind also auch intern unverzichtbar.

Empfehlen Sie diesen Beitrag:
FacebookTwitterGoogle+LinkedInXING

Motivator Multitasking

Letzte Woche hieß der Blogpost „Motivator Lampenfieber“. Heute widmet sich der Autor einem anderen vermeintlichen Störfaktor. Auch ihm lässt sich in Wirklichkeit viel Gutes abgewinnen …

Von Jens Kügler

Das drahtlose Haedset aufsetzen, in die Telco einwählen, einem Gesprächspartner zuhören, dabei die E-Mails sichten, einzelne lesen und sogar beantworten. Dem fragenden Kollegen aus dem Nebenzimmer die gewünschte Akte raussuchen und übergeben. Dann gleich die Whatsapp der Freundin beantworten, dabei immer noch aktiv an der Telco teilnehmen … das ist typisches Multitasking. Manche Menschen überfordert es, andere fordert es zu Höchstleitungen heraus.

Seit Jahren haben die Überforderten die Oberhand in Arbeitswelt und Medien, wie es scheint. Ob Psychologen, ob Coaches, alle lehren Sätze wie: Wer vieles gleichzeitig tut, bringt nichts zu Ende. Alles schön der Reihe nach – so lautet das Mantra unserer Tage. Und jedem ein Zeitfenster geben das Credo. Drei Slots am Tag für E-Mails, eine Sprechstunde für die Kollegen – und dazwischen Konzentration auf einen Job. Am liebsten mit dem Schild „Bitte nicht stören“ an der Tür.

Jüngst haben aber Studien mit Geschäftsführern und Führungskräften erstaunliche Ergebnisse hervorgebracht. So erwirtschafteten Unternehmen mit besonders vielen Multitaskern höhere Umsätze als vergleichbare Firmen mit wenigen. Eigentlich logisch und kein Wunder, denn grundsätzlich kann das Gehirn mehrere Aufgaben gleichzeitig ausführen. In jedem Augenblick wird nur eine einzelne davon bewusst wahrgenommen, die anderen laufen im Hintergrund ab. Doch das Gehirn speichert die Ergebnisse und kann „hin- und her zappen“.

Der Wechsel zwischen mehreren Tätigkeiten kann motivieren, statt nur zu stören. Denn dabei machen wir kleine Pausen von der Haupttätigkeit und nehmen andere Impulse und Inspirationen auf. Ein Psychologe der Princeton-Universität untersuchte die Vita von 40 Wissenschaftlern. Die erfolgreichsten unter ihnen arbeiteten in durchschnittlich fünf Fachgebieten – und zwar gleichzeitig und im ständigen Wechsel. Viele erfolgreiche Unternehmer führen mehrere Firmen und sind obendrein noch Verbandspräsidenten und Lokalpolitiker.

So unvollkommen wie das menschliche Gehirn auch sein mag: In einem Punkt schlägt es kein Computer. Letzterer führt nur Befehle aus und erledigt eine einzige Tätigkeit. Wenn auch rasend schnell. Anders ausgedrückt: Wer immer nur monoton ein und dieselbe Tätigkeit ausführt, ist von Computern und Automatisierung bedroht. Die Roboter oder die führerlosen U-Bahnen sind nur Beispiele hierfür. Multitasking ist etwas Ur-Menschliches. Etwas Kreatives.

Zu guter letzt: Multitasking lässt sich trainieren. Hier reichen die Empfehlungen vom Kreuzworträtsel bis hin zum Sudoku. Schnelle Video-Games gelten auch als gutes Training, wenn sie aus vielen Levels und gleichzeitig zu verarbeitenden Szenarien bestehen. Außerdem gibt es zahlreiche sogenannte Gehirnjogging-Übungen. Wer googelt, wird fündig.

Empfehlen Sie diesen Beitrag:
FacebookTwitterGoogle+LinkedInXING