Monthly Archives: Oktober 2016

Bewerber: Im Netz profilieren

Ob auf Papier oder digital: Eine gute Bewerbungsmappe gilt nach wie vor als Türöffner in die Unternehmen. Viele Arbeitgeber aber finden viel aussagekräftiger, was sie in den sozialen Netzwerken lesen.

Von Jens Kügler

Privatsache? Von wegen! Was im Social Web steht, ist öffentlich und für jeden zugänglich – auch für Chefs und Personaler. Die peinlichen Party-Fotos auf Facebook mögen Freunde zum Schmunzeln bringen. Doch wer sich gerade um einen neuen Job bewirbt, kriegt dafür beim möglichen Brötchengeber glatte Abzüge. Keine Foto-, sondern Punktabzüge. Denn – wie durch eine Bitkom-Studie letztes Jahr ermittelt wurde: Fast die Hälfte aller Unternehmen checkt die Profile der Bewerber in den sozialen Netzwerken. Und ein Drittel achtet genau auf die Fotos darin.

Natürlich sind Angaben über Job und Werdegang viel wichtiger. Und selbstverständlich spielen die Business-Portale wie Xing oder LinkedIn mit 39 Prozent Auswertern eine weitaus wichtigere Rolle als Netzwerke mit eher privatem Charakter wie zum Beispiel Facebook mit 24 Prozent. Daher ist es aber umso wichtiger, seine Profile in den Profi-Portalen zu schärfen und zu aktualisieren. 89 Prozent der nachforschenden Arbeitgeber interessieren sich nämlich für die im Netz angegebene berufliche Qualifikation. Beiträge zu Fachthemen finden 72 Prozent interessant. 56 Prozent beachten Äußerungen über das Unternehmen oder dessen Mitbewerber. Und – Achtung, Facebook-Falle: 44 Prozent interessieren sich für Hobbys und Freizeitaktivitäten.

Wann wird ins Netz geklickt? Das ist sehr unterschiedlich. Rund zwei Drittel informieren sich, bevor sie den Kandidaten ins Bewerbungsgespräch einladen. Etwas mehr als ein Drittel tun dies nach dem Gespräch, um zu prüfen, ob die Aussagen stimmen. Knapp ein Drittel besucht die Profile bereits nach dem ersten Sichten der Unterlagen. Und kurz vor der Vertragsunterzeichnung versichern sich noch einmal 12 Prozent anhand des Profils, ob der Kandidat wirklich passt.

Der Digitalverband Bitkom ließ übrigens 408 Personalverantwortliche in Unternehmen ab 50 Mitarbeitern befragen.

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Im Postfach ertrunken

Eine Studie von Adobe hat jüngst offenbart, was Büroangestellte an E-Mails am meisten nervt. Kurz gesagt: Es ist die schiere Menge … aber nicht nur das.

Von Jens Kügler

Kommt Ihnen das bekannt vor? Sie waren morgens auf einem Kundentermin, kommen erst am späten Vormittag ins Büro … und Ihre Mailbox ist so voll, dass Sie scrollen müssen, nur um zu sehen, wer alles Ihnen geschrieben hat und warum. Und dann? Bis Sie die letzte Mail beantwortet haben, ist Mittagspause. Alles Wichtiges blieb liegen.

Dass es Ihnen nicht alleine so geht, wissen Sie. Aber eine Studie von Adobe belegt es schwarz auf weiß. Veröffentlicht wurde sie Anfang Oktober 2016. Mehr als 3.000 Büroangestellte wurden europaweit über ihr E-Mail-Verhalten und ihre Meinung zu diesem Medium und seiner Nutzung befragt. Und die meisten zeigten sich genervt von der Flut an E-Mails, die sie lesen sollen. Um exemplarisch ein Ergebnis herauszustellen: Die Deutschen „hängen“ bis zu 62 Arbeitstage im Jahr in ihren Mailpostfächern fest. Mehr noch: Über vier Stunden am Tag checken sie ihre Mails, wobei die Zeit für berufliche und private Nachrichten kaum noch zu trennen ist. Denn knapp 70 Prozent lesen ihre Mails sofort oder mehrfach täglich auf dem Smartphone.

17 Prozent klagen darüber, falsche Adressaten zu sein – zum Beispiel bei Kollegen, die auf „alle@…“ oder „allen antworten“ klicken. 15 Prozent hassen es, wenn bei jeder Angelegenheit der Chef cc gesetzt wird. Für 13 Prozent sind weitergeleitete Mails lästig, die sie längst erhalten hatten. Acht Prozent aller Deutschen schließlich mögen keine Kritik per Mail. Sehr viele bevorzugen das persönliche oder telefonische Gespräch, gerade bei kritischen Themen.

Und wie sieht es mit den persönlichen Mailflut-Strategien aus? 38 Prozent antworten sofort – aus Angst, es könnten sonst zu viele E-Mails auflaufen. Mehr als jeder Fünfte liest und beantwortet aus einem „Rattenschwanz“ nur die letzte Mail, und 16 Prozent schieben Filter oder Tags vor.

Trotzdem: Jeder fünfte Deutsche bezeichnet die E-Mail nach wie vor bevorzugtes Kommunikationsmittel unter Kollegen. Immer mehr setzen dabei die immer beliebteren Emojis ein – auch bei der Kommunikation über Hierarchie-Ebenen hinweg. Und dann noch eine Zahl, die angesichts all der Negativwerte verblüfft: 55 Prozent aller Deutschen bevorzugen die E-Mail als Medium, wenn sie über Marken und Angebote informiert werden möchten. Will heißen: Gut gemachtes und nicht zu häufig nervendes E-Mail-Marketing kann immer noch hervorragend funktionieren.

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