Monthly Archives: April 2018

Einmal scheitern – und zurück

Wenn alles den Bach runterzugehen scheint, haben wir zwei Möglichkeiten: Aufgeben oder neu starten. Klingt banal, erweist sich aber jedes Mal aufs Neue als richtig.

Von Jens Kügler

Einer der schwärzesten Tage in meinem Leben war … als mich die Frau verließ? … das Finanzamt kaum zu stemmende Nachzahlungen forderte? Beides nein. Viel schmerzlicher war dieser Morgen im Spätsommer auf dem Schulhof. Ich war 18 – und wie alle coolen Jungs aus meiner Klasse kannte ich zu dieser Zeit nur ein Thema: Fahrschule, Führerscheinprüfung. Wann bist du dran? … und: bestanden?

Obwohl mir mein Fahrlehrer immer wieder attestiert hatte, ich sei ein sicherer und guter Fahrer, ging am Tag meiner Prüfung alles schief. Mann, war ich der Loser am nächsten Tag in meiner Schul-Clique! Was hab ich mich geschämt!! Und beim zweiten Mal erst recht!!! Prüfungstermin drei und vier verriet ich niemandem mehr. Als ich schließlich im Dezember erstmals mit Mamas Auto vorfuhr, war die Erleichterung groß. Ich bin ein guter Autofahrer geworden – und habe letztlich den Umgang mit Prüfern und meiner Nervosität erlernt.

Ein Bekannter von mir hat sich vor einigen Jahren als Versicherungsmakler selbstständig gemacht. Sein erstes externes Büro außerhalb der Wohnung hat er stolz mit einer Party eingeweiht. Sein Betrieb florierte. Alles ging aufwärts, vier Jahre lang – bis zu jenem Tag, an dem das Büro abbrannte. All seine Verträge? Ein Raub der Flammen. Viel schlimmer: Alle Kunden- und Akquise-Daten, seine Steuerunterlagen und vieles mehr hatte er auf der Festplatte seines PC gespeichert. Die nicht mehr zu retten war. Eine Cloud gab es damals noch nicht. Und die Datensicherungen auf DVD waren ebenso verbrannt.

Schuld am Brand traf ihn keine. Aber ihm, ausgerechnet ihm, dem Makler, verweigerte die Versicherung den Schadensersatz lange Zeit. Wer hätte nicht an seiner Stelle ans Aufgeben gedacht? Alles wieder aufbauen, von vorn starten? Es würde Jahre dauern, bis er bei ausbleibendem Schadensersatz wieder in die schwarzen Zahlen käme. Er machte aus der Not eine Tugend und ließ sich von einer „seiner“ anderen Versicherungen als Verkäufer und Sachbearbeiter einstellen.

Doch je länger er darüber nachdachte, desto klarer wurde ihm: Er wollte eigentlich immer selbstständig sein. Als Angestellter war er nicht wirklich glücklich. Also: Neustart. Zunächst baute er sein eigenes Geschäft nebenberuflich auf, unterstützt von seinem Arbeitgeber, der ebenso vom Versicherungsverkauf „in der Freizeit“ profitierte. Schließlich gewann er den Prozess um Schadensersatz und wagte erneut den Schritt in die Vollzeit-Selbstständigkeit. Heute steht sein Maklerunternehmen besser denn je da.

Will heißen: Jeder Mensch und jeder Existenzgründer macht Fehler oder hat einfach auch mal ganz großes Pech. In jedem Fall lernen wir daraus und starten beim zweiten Mal klüger. So wie ich ein guter und sicherer Autofahrer geworden bin, ist er ein erfolgreicher Unternehmer, der seinen Betrieb besser als beim ersten Start abgesichert hat. Mit einer verlässlichen Brand- und Einbruchschutz-Police. Und mit Daten auf der sicheren Cloud.

In den USA mit ihrer Gründer-Mentalität zieht man den Hut vor Menschen wie ihm. Vor Leuten, die scheitern, innehalten und wieder aufstehen, weil sie ihren Traum nicht aufgeben. Schade, dass Menschen wie er und ihre Leistungen hierzulande keinen finden, der sie besingt.

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Mit dem Rad zur Arbeit

Regelmäßige Radfahrer sind gesündere und motiviertere Mitarbeiter. Immer mehr Arbeitgeber erkennen dies – und fördern den Weg ins Büro per Fahrrad.

Von Jens Kügler

Es gibt nichts Schöneres, als morgens eine halbe Stunde Fahrrad zu fahren – durch den Olympiapark, hinüber in den Englischen Garten, über die Isar … bis zur Arbeit. Oder an der Alster entlang von Ohlsdorf zum Rothenbaum. Und abends dasselbe zurück. Es ist sportlich nicht allzu anspruchsvoll, jeder gesunde Mensch kann es bewältigen. Es geht schneller als mit jedem anderen Verkehrsmittel. Ich quetsche mich nicht in eine überfüllte U-Bahn voller verschwitzter Fahrgäste. Ich stehe in keinem nervigen Dauerstau. Ich muss nicht zur Haltestelle laufen und warten. Ich muss nicht stundenlang Parkplätze suchen. In einer Großstadt gibt es kein besseres und effizienteres Verkehrsmittel als das Fahrrad.

Zweimal täglich eine halbe Stunde. Das ist das optimale Sportprogramm – ohne Auspowern. Gerade für Menschen, die ausschließlich an Schreibtisch und PC sitzen. Außerdem gibt es keine umweltfreundlichere Methode, um von A nach B zu kommen. Das geht nur im Sommer? Von wegen! Alles eine Frage der Bekleidung. Mit einem Funktions-T-Shirt, einem Fleecepulli, Schal, Handschuhen und Mütze radelt man lässig auch durch Herbst und Winter. Gerade in der kalten Jahreszeit fehlt vielen die Bewegung. Und wer dann draußen aktiv bleibt, ist erwiesenermaßen widerstandsfähiger.

Damit kämen wir auch auf die Frage: Was geht das Verkehrsmittel und der damit verbundene Sport den Arbeitgeber an? Eine ganze Menge. Laut einer aktuellen Studie der Universität Bonn melden sich Berufstätige, die regelmäßig zu Fuß oder mit dem Fahrrad zur Arbeit kommen, zwei Tage pro Jahr weniger krank als Auto- und ÖPNV-Fahrer. Sie sind aber nicht nur gesünder, sondern auch zufriedener und motivierter. Der Arbeitsweg bietet – als tägliche Pflicht-Fahrt – die beste Möglichkeit, gesundheitsförderndes wie umweltfreundliches Verhalten in den Alltag zu integrieren. Der Rad-Pendler kombiniert Pflicht und Kür. Und dass er nach einer halben Stunde Radfahrt durch Parks und Gärten hellwach und frisch an die Arbeit kommt – wer mag das in Abrede stellen?

Immer mehr Unternehmer in Großstädten erkennen, was sie davon haben, wenn sie sich als fahrradfreundlicher Arbeitgeber bezeichnen können. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) vergibt entsprechende Zertifikate. Der Vorteil? Fahrradfreundlichkeit lässt sich ins betriebliche Gesundheitsmanagement integrieren. Arbeitgeber, die betriebliches Gesundheitsmanagement fördern, gelten auch im Recruitment als attraktiver. Sie finden leichter motivierte Mitarbeiter. Zur Gesundheitsförderung gehört neben eigenen Sportprogrammen wie Yoga, Pilates, Schwimmen oder dem Gruppenvertrag fürs Fitnessstudio eben auch die „Fahrradfreundlichkeit“.

Was lässt sich darunter verstehen? Fangen wir mit sicheren, trockenen Stellplätzen an. Die Räder müssen nicht nur abstell-, sondern komplett mit dem Rahmen sicher anschließbar sein. Dann kann sich der Mitarbeiter unbesorgt um sein Bianchi, Kettler oder Cannondale der Arbeit widmen. Ideal sind Möglichkeiten, die Kleidung zu wechseln, etwa abschließbare Spinde für Radel-Shirt und Fahrradhelm. Wer besonders sportlichen Radlern mit langem Arbeitsweg eine Dusche bieten kann – umso besser.

Manche Unternehmen unterhalten bereits eine eigene Fahrradflotte mit geleasten Rädern für ihre Mitarbeiter. Manche verschenken Fahrräder statt Geld als Prämien an verdiente Mitarbeiter. Und welcher derart ausgezeichnete Mitarbeiter fährt nicht gern mit dem Logo seines Unternehmens auf dem Rahmen durch die Stadt? Es muss nicht viel investiert werden, um fahrradfreundlich zu sein. Es zahlt sich aber aus.

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