Monthly Archives: Oktober 2018

Niemals aufgeben!

Wer sich Ziele setzt, kann mal verlieren, kommt aber meistens weiter. Und wer sich von Rückschlägen nicht entmutigen lässt, erst recht. Das habe ich selbst sprichwörtlich am „eigenen Leib“ erfahren.

Von Jens Kügler

War das ein Sommer letztes Jahr! – Fast jeden Tag habe ich mittags das Netbook in den Rucksack verfrachtet, mich auf mein Rennrad gesetzt (ich liebe es, die Geschwindigkeit, den „Rausch“!) und bin mit bis zu 40 km/h zum Starnberger- oder Ammersee gesaust, den Wind um die Ohren, den Kopf „frei gespült“ – und habe dort nach rund einer Stunde Fahrt mit neuen, frischen Ideen meine Arbeit mit dem Notebook fortgesetzt. Am See, unterm sonnigen Himmel, mit dem Wettersteinmassiv im Fernblick. Schöner arbeiten geht nicht.

Jetzt, in der kalten Jahreszeit, wird mittags eine Stunde gejoggt und dann geduscht und wieder gearbeitet. Im Home-Office – oder zum kreativen Tapetenwechsel im gemütlichen WLAN-Café nebenan. Zum Joggen bietet der nahe Nymphenburger Schlosspark im Herbst und Winter ein zauberhaftes Bild. Wie die bunten Blätter fallen, so wachsen die Ideen in allen leuchtenden Farben.

Warum ich mein Rennrad und mein Jogging so liebe? Es teilt meinen Arbeitstag in zwei übersichtliche Hälften. Es gibt mir die Gelegenheit, mich physisch zu erfühlen und zu verausgaben – wichtig als Abwechslung. Wichtig als „frischer Wind“. Wichtig für neue, frische und freie Gedanken. Und gut fürs Körpergefühl und Selbstbewusstsein.

Jeder, der seinen Job liebt, hat so ein „Rennrad“. Also etwas, das ihm Motivationsschübe gibt und seinen Arbeitsalltag auflockert, ob es etwas Sportliches oder Virtuelles ist. Davon bin ich überzeugt. Aber damit käme ich auch direkt zum Thema Rückschläge. Auch die können direkt mit dem individuellen Motivator verbunden sein.

Vor genau einem Jahr zwang mich ein Bandscheibenvorfall ins Krankenhaus und unters OP-Messer. Lendenwirbel: keine Kraft und kein Gefühl mehr im rechten Bein! OP geglückt – aber bis Weihnachten lief ich auf Krücken. Danach: Reha, langsame Kräftigung des Beines, allmähliches „Wieder-heran-Trainieren“, fern, fernab von meinen gewohnten Leistungswerten.

Jetzt hätte man denken können: Ich war frustriert, weil erst mal nur so wenig ging und ich eine gefühlte Wahnsinns-Geduld brauchte mit meiner Schwäche und den Krücken. Doch das Gegenteil war der Fall. Ich hatte ein klares Ziel. Im Sommer wieder rennradeln können wie gewohnt. Jeder kleine Fortschritt motivierte mich ungemein! Und? Es wurde wieder so ein Traum-Sommer mit Rennrad, Notebook, Sonne und Seen!

Kurzum: Rückschläge dürfen uns nicht zur Aufgabe zwingen. Wie heißt es so schön: Wenn du aufgibst, kapitulierst du. Wenn du nicht aufgibst, wirst du niemals geschlagen. Neulich las ich ein Interview mit einem ehemaligen Spitzensportler, der heute im Beruf sehr erfolgreich ist. Er wurde gefragt, ob er eine Parallele zwischen Durchhaltevermögen im Job und im Sport sähe. Seine Antwort: Ja, denn wer sich große Ziele stecke, müsse bereit sein, die – wie er sagte – „Extra-Meile“ zu gehen. Und sich weder von Herausforderungen noch Rückschlägen aufhalten zu lassen. Nur so werde er am Ende gewinnen.

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Kündigen. In aller Freundschaft.

Geht das: einen Mitarbeiter kündigen – und er bedankt sich? Natürlich nicht. Das wäre eine Szene für ein Satire-Programm. Was aber geht, ist, dass er „geht“ und sich mit Handschlag und einem einigermaßen guten Gefühl verabschiedet – dem Umständen entsprechend.

Von Jens Kügler

Für einen Mitarbeiter mit meinen guten Fähigkeiten und meiner hohen Qualität sei derzeit in diesem Unternehmen keine Aufgabe frei, sagte der Chef eines Verlages zu mir. Er verdeutlichte mir das mit den Aufgaben glaubhaft anhand der derzeitigen Kundenstruktur und Auftragslage. Sobald sich dies ändere, käme er sofort wieder auf mich zu, versprach er. Er kam in der Tat – aber zu dem Zeitpunkt hatte ich längst eine Anstellung in einem anderen Unternehmen gefunden. Eine Anstellung, die er mir prophezeit und empfohlen hatte.

Ich verließ das Chefbüro jedenfalls erhobenen Hauptes. Noch besser ist ein Berufskollege von mir verabschiedet worden: Sein Ex-Chef hat ihn sogar an das neue Unternehmen vermittelt. Klar: So kann es nicht immer funktionieren. Wie aber kündigt man, ohne den Gekündigten zu demütigen? Wie, damit er keinen Groll auf das Unternehmen hegt? Und ohne dass er schlechte Mund-zu-Mund-Propaganda betriebt oder seinen Arbeitgeber in sozialen Netzwerken verunglimpft?

Grundsätzlich gilt: Die Kündigung muss in einem würdigen Umfeld und in respektvollem Umgang ausgesprochen werden. Wer demütigt, erntet Frust und unter Umständen einen Sturm der Entrüstung unter den Kollegen, in der Branche oder im Netz. Wer das nicht beherrscht, den respektvollen Umgang und das Krisenmanagement auch im zwischenmenschlichen Bereich, hat auf dem Posten einer Führungskraft nichts und rein gar nichts verloren.

Versetzen wir uns nun aber gleich in die schwierigste Position, die ein Kündigender einnehmen kann: die Rolle dessen, der auf Weisung eines Anderen handelt. Also zum Beispiel der eines Abteilungsleiters, der anstelle seines Chefs die Kündigungen ausspricht. Er handelt allein im Namen des Unternehmens. Seine private Meinung à la „ich verstehe Sie. Aber Sie wissen ja, wie man hier mit uns umgeht“ spielt keine Rolle.

Der Betroffene muss erfahren, warum die Entscheidung gegen ihn getroffen wurde. Gibt es betriebliche Gründe? Erklären – so wie im Beispiel oben. Ist die Abteilung oder die Chefetage mit den Leistungen unzufrieden? Dann heißt es, mitteilen, welches Verbesserungspotenzial der Entlassene hätte. Sei es, um dem Gekündigten vielleicht doch eine zweite Chance einzuräumen. Oder als Optimierungs-Hinweis für seine zukünftige Laufbahn. Es ist auch klar, dass einer Kündigung aus Unzufriedenheit mindestens eine Warnung vorausgegangen sein muss.

Ganz wichtig: niemals „die Spatzen pfeifen es von den Dächern“ zulassen! Will heißen: Der Chef oder Abteilungsleiter muss sicherstellen, dass der Betroffene von ihm und nicht vorab schon durch Andere von seiner Kündigung erfährt. Ein schlechtes, aber häufig auftretendes Beispiel aus dem Profifußball sind Trainer, die aus der Zeitung von ihrer Entlassung erfahren. Wie sich jemand fühlt, dem dies widerfährt, kann sich jeder denken.

Die Führungskraft sollte sich auf das Kündigungsgespräch detailliert vorbereiten. Sie muss aus dem Stegreif alle denkbaren Fragen beantworten können. Etwa, wie viel Urlaubstage dem Gekündigten noch zustehen. Oder ob er etwa eine Abfindung erhält – und wenn ja, wie viel.

Bei aller Vorbereitung, bei aller Freundlichkeit: Es kann sein, dass der Gekündigte der Führungskraft mit Wut entgegnet, ja sie anschreit. Eine zweite Person im Kündigungsgespräch kann entkrampfen, unterstützen und vermitteln, etwa eine Teamleitung oder Chefassistenz. Erfahrungsgemäß beherrschen diese Soft Skills eher Frauen als Männer.

Last but not least: die Kündigungsfristen beachten! Klingt banal, muss aber erwähnt werden. Wer dies übersieht, riskiert Anfechtbarkeit. Übrigens: Als demütigend wird schon empfunden, wenn die Kündigung am letztmöglichen Tag vor Ende der Kündigungsfrist ausgesprochen wird. Nach dem Motto: nicht noch einen Monat länger Gehalt zahlen. Leider habe ich auch das schon einmal erlebt. Sie können sich denken, welche Emotionen dies zurücklässt. Das vergessen Sie ein Leben lang nicht!

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