Monthly Archives: Dezember 2018

Ja, ist denn schon Weihnachten? (Teil X)

Der überraschend klingende Spruch aus dem alten Werbespot mit Franz Beckenbauer scheint sich Jahr für Jahr zu wiederholen. Stereotyp. Wenn es um die Dienstplanung geht. Und dieser Tage wiederholt er sich oft. Da bin ich mir sicher.

Von Jens Kügler

Heiligabend und Silvester fallen dieses Jahr auf einen Montag. Klar, das wissen Sie schon lange. Aber Hand aufs Herz: Wie lange schon? Sind Sie plötzlich damit konfrontiert worden, dass alle Mitarbeiter in Ihrem Team die kompletten anderthalb Wochen von Heiligabend, erstem und zweitem Feiertag, Silvester und Neujahr einschließlich freinehmen möchten? … und Sie stehen plötzlich vor die Notsituation, dass Ihnen an den Arbeitstagen dazwischen die Leute fehlen könnten – oder Sie jemanden „verpflichten“ müssten? Gegen seinen Willen? Was ganz sicher zu Unzufriedenheit führt?

Schon mal darüber nachgedacht, dass es unangenehm sein könnte, die Mitarbeiter am Heiligabend, der ja strenggenommen gar kein Feiertag ist, „antreten“ zu lassen, für ein paar Stunden am Montagmorgen? Und dasselbe Silvester?

Für die Mitarbeiter ist nicht nur das unter Umständen unangenehm. Wir alle wissen ja, dass die Tage vor Weihnachten auch dienstlich zu den stressigsten des Jahres gehören. Alle Kunden wollen ihre Aufträge noch im alten Jahr abgewickelt haben, bevor sie selbst in den Ski-Urlaub entfliehen. Und alles soll noch auf 2018 gebucht werden. Alle freuen sich auf die wohlverdiente Ruhe, die – gefühlt – immer so um den 20.12. einsetzt und bis Mitte Januar anhält. Dieses Jahr ist es anders. Und gefühlt bleibt gar keine Zeit, Geschenke zu besorgen. Ich bin gespannt, was diesen Samstag in den Kaufhäusern und Fußgängerzonen los sein wird!

Rückblende. Im September herrschten hochsommerliche Temperaturen. Niemand – wirklich niemand – hat da schon an Weihnachten und Silvester, an Schichtzeiten und Urlaubstage gedacht. Wirklich niemand? Ich bin mir sicher, dass die Unternehmer und Teamleiter, die genau zu dieser Zeit bereits ehrliche und offene Gespräche mit ihren Mitarbeitern gesucht haben, jetzt, wo es drauf ankommt, über die zufriedensten Mitarbeiter verfügen. Oder zumindest: über die wenigsten Unzufriedenen. Wir wissen ja: zufriedene Mitarbeiter sind stets produktiver.

Wer sich in den ehrlichen und offenen Gesprächen freiwillig für die unangenehmen Tage eingetragen hat, erntet das Wohlwollen und den Dank der Kollegen und Vorgesetzten. Und er wird beim nächsten Mal der Nutznießer sein. Nächstes Jahr wird nicht einfacher zu planen sein – mit Heiligabend und Silvester an einem Dienstag und völlig zerrissenen Festtags-Wochen.

Ach ja: Ein besonderes Geschenk kann ein weiterer Anreiz sein. Kein Kollege wird neidisch darauf sein, dass der, der Weihnachten und Silvester „Dienst schiebt“, etwas Spezielles kredenzt bekommt – sei es ein Essens- oder Event-Gutschein oder ein Paket mit edlen Köstlichkeiten. Dies ist nicht nur eine Frage der Wertschätzung. Vielmehr steigt die Bereitschaft aller, beim nächsten Mal selbst einzuspringen.

Kurzum: Weihnachten zu planen beginnt spätestens im September, wenn nicht zum Frost auch noch der Frust dazukommen soll. Auch das kann ein guter Vorsatz fürs neue Jahr sein. Ich wünsche allen schöne Feiertage und ein glückliches Händchen!

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Engelberg Reloaded – oder: Teambuilding Weihnachtsfeier

Advent, Advent, ein Lichtlein brennt … ja, es brennt. Sprichwörtlich! Denn eigentlich ist es viel zu spät, sich jetzt erst Gedanken über die Firmen-Weihnachtsfeier zu machen. Aber so etwas wie diesen Beitrag möchte niemand bereits im Juli lesen. Ergo: Man nehme ihn als Anregung fürs nächste Jahr.

Von Jens Kügler

Es war einmal im schweizerischen Wintersportparadies Engelberg. Ein Münchner Unternehmen hatte seinen Mitarbeitern ein kleines Hotel reserviert. Bus gemietet, Hinfahrt – weihnachtlicher Abend in der geschmückten Hotellobby – erste Übernachtung – ab Vormittags Skitag, gestaltet als Team-Olympiade – anschließend Après-Ski-Hüttenabend mit Glühwein, Live-Musik und Partystimmung – dann unterm Sternenhimmel eine Fackel-Schlittenfahrt hinab von der Piste zum Hotel – „Olympia“-Siegerehrung in der Lobby – lange Tanznacht in der Lobby – zweite Übernachtung, Frühstück, Heimfahrt. Ist fast 20 Jahre her. Aber die dabei waren, sprechen bis heute darüber. Das Unternehmen tat Ähnliches jedes Jahr – sozusagen: Engelberg reloaded – und galt als beliebter Arbeitgeber.

„Das können wir uns gar nicht leisten“, höre ich da manchen KMU-Boss stöhnen. Stellen wir mal eine Gegenrechnung auf: Können Sie es sich leisten, Ihren Mitarbeitern in Zeiten des Fachkräftemangels und der drohenden Abwanderungen etwas vergleichbar Schönes nicht einmal im Jahr zu bieten? Oder zumindest ab und zu einmal?

Neulich las ich ein Interview mit dem Glücksforscher Prof. Dr. Karlheinz Ruckriegel. Er sagte, Weihnachtsfeiern können einen wichtigen Beitrag zur guten Unternehmenskultur leisten. Kollegen können sich jenseits des – in der Vorweihnachtszeit oft sehr stressigen – Alltags treffen, um über Privates zu reden und einander näher kennenzulernen. Und gerade bei einem Anlass wie der Weihnachtsfeier kann ein Unternehmer zeigen, was ihm seine Mitarbeiter wert sind, so der Professor weiter. Denn offen gezeigte Wertschätzung seitens des Unternehmens trage dazu bei, dass man gern auf die Arbeit geht und sich bei Wohlfühlen nachweislich umso stärker engagiert.

Für Weihnachtsfeiern schlägt der Glücksforscher konkret vor, die Location zu wechseln und einen interessanten Ort anzubieten. Außerdem sollte mehr geboten werden als die klassische Ansprache und die immer gleichen, langweiligen Rituale. Die Mitarbeiter sollten sich auf ein Highlight freuen können. Sie sollten eine Botschaft oder ein Geschenk mit nach Hause nehmen. Etwas, das, wie er sagt, „hängen bleibt“ und die Bindung an das Unternehmen stärkt. Auf diese Weise avanciert die „Pflichterfüllung“ Weihnachtsfeier zur Kür. Oder wie Professor Ruckriegel es nennt, zu einer Investition in ein gutes Betriebsklima.

Übrigens: Eine unvergessliche Feier muss nicht teuer sein. Letztes Jahr lud ein kleiner Starnberger Verlag, für den der Autor als freier Redakteur arbeitet, sein Team wie jedes Jahr zum traditionellen Weihnachtsessen ein. Zur einzigen Gelegenheit im Jahr, bei der das kleine Team aus ganz Deutschland zusammentrifft. Letztes Jahr war die Location eine auf Gegengeschäftsbasis reservierte, neu eröffnete Eismanufaktur in Starnberg. Zur Einführung und zum Schluss gab es das göttlich gute, handgemachte Speiseeis aus kreativen Rezeptideen samt Produktions-Einführung zum Selbermachen. Dann: eine Fischplatte – herrlich frisch und abwechslungsreich, vom örtlichen Fischereiverein. Und eine Geflügelplatte eines mehrfach ausgezeichneten Metzgermeisters der Stadt. Ich freue mich schon auf die diesjährige Feier.

PS: Ideen für Locations und Feier-Tipps bieten Portale wie event-locations.de. Ein Tipp sind auch Freizeitanlagen wie der Europapark Rust, der Heidepark oder die Center Parcs, die Firmen eigene Event-Pakete schnüren.

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