Bewerber: Wie Sie eine Absage in eine Zusage umwandeln können

Als Bewerber haben Sie sich bestimmt schon oft darüber geärgert, dass Sie ewig lang keine Nachricht über den Fortgang Ihrer Bewerbung durch das Unternehmen erhielten. Wir hatten das Thema in diesem Blog erst kürzlich aufgegriffen. Heute – zu Beginn des neuen Jahres – möchte ich das gegenseitige Verhalten auch einmal aus Sicht der anderen Seite betrachten: aus einer Sichtweise des Unternehmers oder Personalers.

Von Jens Kügler

Zunächst einmal möchte ich den Ball zum Unternehmer oder Personaler spielen. Wie sagt man einem Bewerber so freundlich ab, dass er nicht demotiviert wird? Dass mit hoch erhobenem Kopf weitersuchen kann? Und – vor allem – dass er das Unternehmen trotz Absage in guter Erinnerung behält?

Einer renommierten Frankfurter Werbeagentur war es mir gegenüber einmal hervorragend gelungen. Und dass schon vor über 20 Jahren, als in der Branche noch Stellenmangel statt Bewerbermangel herrschte. In der Absage ließ mich das Unternehmen wissen, dass ich mich in der allerengsten Auswahl befunden hatte. Und ganz knapp auf Platz zwei gelandet war. Silbermedaille! Schließlich fragte mich der Absage-Briefautor, ob er meine Bewerbungs-Unterlagen behalten könne. Man plane, mittelfristig weitere Stellen zu schaffen!

Natürlich durfte er, antwortete ich. Ich schrieb sogar, dass ich mich über den „Podestplatz zwei“ freute und das Bewerbungsgespräch sehr angenehm und die Aufgabe sehr spannend gefunden hatte. Kaum drei Monate später rief mich eben jener Personaler an und fragte, ob ich noch zu haben sei, sprich, auf Stellensuche. Eine weitere Position war zu besetzen und man hatte dabei an mich gedacht. Allerdings hatte ich inzwischen eine neue Arbeitsstelle in München angetreten. Ergo wurde es nichts mit Frankfurt – aber von nun an schrieb ich auf Absagen nur noch freundliche Antworten.

Ein Newsletter des Coaching-Unternehmens Dale Carnegie Training hatte kurz vor Weihnachten 2017 eine Betreffzeile als Aufmacher, die auf folgenden Inhalt hinwies: Fast 90% aller Personaler freuen sich darüber, wenn sie eine höfliche Antwort eines Bewerbers erhalten, dem sie zuvor abgesagt hatten! Eine freundliche Antwort könne sich sogar sehr lohnen, wie der Newsletter im Text weiter ausführte. Jeder vierte Personaler merke sich den Kandidaten nämlich für zukünftige freie Stellen vor. Dies habe eine Jobware-Umfrage aus dem Jahr 2017 ergeben.

Also, Bewerber, ein guter Vorsatz für das neue Jahr könnte lauten: Reagiert auf Absagen – und zwar freundlich. Betont euer weiterhin bestehendes Interesse an dem Unternehmen und dem spannenden Job. Verweist auf das angenehme Bewerbungsgespräch, sofern es stattgefunden hatte und tatsächlich angenehm war. So steigert ihr eure Chance in Runde zwei der Neueinstellungen.

Und liebe Unternehmer und Personaler: Zum Talent-Management in Zeiten des Fachkräftemangels zählen auch „Feel-good“-Absagen. Ihr erhaltet euch die Bewerber als Interessenten im Pool und erspart euch teure Stellenausschreibungen sowie langwierige Bewerbungsprozesse. Und ihr gewinnt die besten Köpfe. Denn auch der Zweitbeste ist ein Siegertyp, der euch voranbringt.

Ein erfolgreiches Jahr 2018 wünscht

Ihr Team von Your-Success-Counts.de!

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