Das Zeug zum Unternehmer – Teil 2

Sind Sie auf dem Sprung in die Selbstständigkeit? Oder träumen Sie nur davon? Hier sind fünf weitere Fragen, die Ihnen helfen können, herauszufinden, ob Sie ein Unternehmertyp sind. Die ersten fünf Fragen finden Sie im Beitrag von letzter Woche.

6. Sind Sie bereit, länger und härter zu arbeiten?

Wenn Sie glauben, als Chef genießen Sie die freie Zeiteinteilung als puren Luxus – vergessen Sie’s. Von der 40-Stunden-Woche und dem Wort Feierabend müssen Sie sich verabschieden, erst recht in der Startphase. Sie müssen von morgens früh bis abends spät ran. Und natürlich auch am Wochenende und an Feiertagen. Sie tragen die Verantwortung. Und viele Probleme, die Sie zu lösen haben, tauchen nicht zwischen 9 und 18 Uhr auf oder sind pünktlich zum regulären Ladenschluss gemeistert. Deshalb werden Sie – anders als ein Angestellter – auch in Ihren Privatleben immer an Ihr Geschäft denken.

7. Sind Sie kritikfähig?

Ob Kunden, Geschäftspartner oder Investoren: Nicht jeder wird von Anfang an begeistert von Ihrem Produkt sein. Jedenfalls nicht annähernd so wie Sie. Viele Ihrer Entscheidungen werden hinterfragt werden. Wer dabei dünnhäutig reagiert oder sich entmutigen lässt, hat es schwer als Unternehmer. Denken Sie daran, dass keine Firma und kein Produkt perfekt und unschlagbar ist. Lassen Sie immer Spielraum für Optimierungen. Auch die harschste Kritik birgt eine Chance zur Innovation. Und ohne Innovation gibt es keine Weiterentwicklung.

8. Wie lange hält Ihr Finanzpolster?

Erfolgreiche Unternehmensgründer verstehen es, zu haushalten. Denn die Anfangsinvestitionen in ein Unternehmen übersteigen stets die anfänglichen Gewinne. Also muss Ihr Startkapital Ihre Lebenshaltungskosten so lange wie möglich decken können, vielleicht weit mehr als ein Jahr. Wenn es in dieser Zeit um Finanzentscheidungen geht: Vergleichen Sie akribisch Preise und Leistungen.

9. Haben Sie den Mut zum Scheitern?

„Scheitern ist keine Option“ hatte Margaret Thatcher auf die Frage geantwortet, was wäre, wenn der Falklandkrieg verloren ginge. Hier irrte die Eiserne Lady. Als Unternehmer müssen Sie damit leben können, dass Sie Schlachten verlieren, Irrwege gehen, Projekte in den Sand setzen oder das Unternehmen im schlimmsten Fall vor die Wand fahren. Doch aus nichts lässt sich so gut lernen wie aus Fehlern. Die Angst davor ist aber der wichtigste Grund, der die meisten Menschen vom Schritt in die Selbstständigkeit abhält. Haben Sie den Mut zum Scheitern, aber gehen Sie strategisch an Risiken heran – beispielsweise über klare Kosten-Nutzen-Analysen oder Umsatz- und Kostenpläne. Dann treffen Sie Ihre Entscheidungen gut informiert und aus klarer Berechnung heraus.

10. Was ist Ihr Plan B?

Natürlich schmerzt es, wenn Sie erleben müssen, dass Ihre mit Herzblut verfolgten Pläne nicht so laufen wie gewünscht. Welche Alternativen haben Sie zu Ihrer ursprünglichen Geschäftsidee? Lässt sie Variationen zu? Und wenn Sie scheitert: Welche Möglichkeiten halten Sie sich offen? Gibt es Reserven für einen „zweiten Versuch“? Oder wäre Plan B die Rückkehr in den alten Job? Halten Sie sich die Türen auf jeden Fall einen Spaltweit offen. Gehen Sie entschlossen Ihren Weg, aber reißen Sie nicht alle Brücken hinter sich ab.

Frei nach Taylor Johnson/theundercoverrecruiter.com

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