Davos an Frauen fehlt (oder: reine Männersache auf dem Gipfel)

Dieses Mal ein kleines Wortspiel im Header: „Da wo’s“ zu wenig Frauen gab. Auf dem Weltwirtschaftsgipfel im Schweizer Wintersportparadies Davos (ausgesprochen Da-Woos) waren ganze 18 Prozent der Teilnehmer Frauen. Und dies ist nur eine weitere Statistik zu einer Diskussion, die wohl noch lange kein Ende findet: Viel zu selten bekleiden Frauen Führungspositionen.

Von Jens Kügler

Vom 20. bis 23. Januar 2016 tagten fast 3.000 Personen aus Politik und Wissenschaft und vor allem aus der Wirtschaft auf dem World Economic Forum im Schweizer Kanton Graubünden. Dabei waren die Männer unter den Magnaten mit 82 Prozent wieder einmal fast allein unter sich. All all die Firmeninhaber und Vorstandsvorsitzenden, all die Menschen mit den oft endlos langen Berufsbezeichnungen wie Chief Executive Officer World Finance and Business Development – fast ausschließlich „Herren der Schöpfung“.

Die kleine gute Nachricht dazu: Der Prozentsatz der Frauen beim Weltforum steigt kontinuierlich. 2014 betrug er gerade einmal 16 Prozent, 2015 bereits 17. Dass überhaupt so „viele“ Frauen anwesend waren, lag indes wohl auch an einer Quote: Seit 2011 gilt, dass alle Teilnehmer, die mit fünf oder mehr Delegierten nach Davos reisen, mindestens eine Frau mitbringen sollen.

Eine ähnlich ernüchternde Statistik über weibliche Führungskräfte erschien kürzlich mit dem Deutschem Startup-Monitor 2015, herausgegeben u.a. von der Wirtschaftsprüfungs- und Unternehmensberatungs-Gesellschaft KPMG und dem Bundesverband Deutsche Startups. Laut dieser Erhebung wurden 2015 immerhin über 43 Prozent aller neuen Firmen in Deutschland von Frauen gegründet. Doch der Anteil der Startup-Unternehmerinnen lag bei lediglich 13 Prozent.

Für diese unterschiedlichen Zahlen führt der Deutsche Startup-Monitor Begründungen an. Danach konzentrierten sich die Existenzgründerinnen im Wesentlichen auf die klassischen Frauenberufe. Sie eröffnen Kosmetikstudios oder Modeboutiquen. Sie bauen einen Online-Geschenkversand auf oder bieten Tätigkeiten im Sozial- und Gesundheitswesen an. Doch das boomende Bauwesen, das verarbeitende Gewerbe, die Technik-Berufe … das und vieles Weitere bleibt eine Männerdomäne. Wie schon in anderen Artikeln beschrieben: Frauen haben gleiche Chancen. Im Prinzip. Doch sie nutzen sie zu selten.

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