Engelberg Reloaded – oder: Teambuilding Weihnachtsfeier

Advent, Advent, ein Lichtlein brennt … ja, es brennt. Sprichwörtlich! Denn eigentlich ist es viel zu spät, sich jetzt erst Gedanken über die Firmen-Weihnachtsfeier zu machen. Aber so etwas wie diesen Beitrag möchte niemand bereits im Juli lesen. Ergo: Man nehme ihn als Anregung fürs nächste Jahr.

Von Jens Kügler

Es war einmal im schweizerischen Wintersportparadies Engelberg. Ein Münchner Unternehmen hatte seinen Mitarbeitern ein kleines Hotel reserviert. Bus gemietet, Hinfahrt – weihnachtlicher Abend in der geschmückten Hotellobby – erste Übernachtung – ab Vormittags Skitag, gestaltet als Team-Olympiade – anschließend Après-Ski-Hüttenabend mit Glühwein, Live-Musik und Partystimmung – dann unterm Sternenhimmel eine Fackel-Schlittenfahrt hinab von der Piste zum Hotel – „Olympia“-Siegerehrung in der Lobby – lange Tanznacht in der Lobby – zweite Übernachtung, Frühstück, Heimfahrt. Ist fast 20 Jahre her. Aber die dabei waren, sprechen bis heute darüber. Das Unternehmen tat Ähnliches jedes Jahr – sozusagen: Engelberg reloaded – und galt als beliebter Arbeitgeber.

„Das können wir uns gar nicht leisten“, höre ich da manchen KMU-Boss stöhnen. Stellen wir mal eine Gegenrechnung auf: Können Sie es sich leisten, Ihren Mitarbeitern in Zeiten des Fachkräftemangels und der drohenden Abwanderungen etwas vergleichbar Schönes nicht einmal im Jahr zu bieten? Oder zumindest ab und zu einmal?

Neulich las ich ein Interview mit dem Glücksforscher Prof. Dr. Karlheinz Ruckriegel. Er sagte, Weihnachtsfeiern können einen wichtigen Beitrag zur guten Unternehmenskultur leisten. Kollegen können sich jenseits des – in der Vorweihnachtszeit oft sehr stressigen – Alltags treffen, um über Privates zu reden und einander näher kennenzulernen. Und gerade bei einem Anlass wie der Weihnachtsfeier kann ein Unternehmer zeigen, was ihm seine Mitarbeiter wert sind, so der Professor weiter. Denn offen gezeigte Wertschätzung seitens des Unternehmens trage dazu bei, dass man gern auf die Arbeit geht und sich bei Wohlfühlen nachweislich umso stärker engagiert.

Für Weihnachtsfeiern schlägt der Glücksforscher konkret vor, die Location zu wechseln und einen interessanten Ort anzubieten. Außerdem sollte mehr geboten werden als die klassische Ansprache und die immer gleichen, langweiligen Rituale. Die Mitarbeiter sollten sich auf ein Highlight freuen können. Sie sollten eine Botschaft oder ein Geschenk mit nach Hause nehmen. Etwas, das, wie er sagt, „hängen bleibt“ und die Bindung an das Unternehmen stärkt. Auf diese Weise avanciert die „Pflichterfüllung“ Weihnachtsfeier zur Kür. Oder wie Professor Ruckriegel es nennt, zu einer Investition in ein gutes Betriebsklima.

Übrigens: Eine unvergessliche Feier muss nicht teuer sein. Letztes Jahr lud ein kleiner Starnberger Verlag, für den der Autor als freier Redakteur arbeitet, sein Team wie jedes Jahr zum traditionellen Weihnachtsessen ein. Zur einzigen Gelegenheit im Jahr, bei der das kleine Team aus ganz Deutschland zusammentrifft. Letztes Jahr war die Location eine auf Gegengeschäftsbasis reservierte, neu eröffnete Eismanufaktur in Starnberg. Zur Einführung und zum Schluss gab es das göttlich gute, handgemachte Speiseeis aus kreativen Rezeptideen samt Produktions-Einführung zum Selbermachen. Dann: eine Fischplatte – herrlich frisch und abwechslungsreich, vom örtlichen Fischereiverein. Und eine Geflügelplatte eines mehrfach ausgezeichneten Metzgermeisters der Stadt. Ich freue mich schon auf die diesjährige Feier.

PS: Ideen für Locations und Feier-Tipps bieten Portale wie event-locations.de. Ein Tipp sind auch Freizeitanlagen wie der Europapark Rust, der Heidepark oder die Center Parcs, die Firmen eigene Event-Pakete schnüren.

Empfehlen Sie diesen Beitrag:
FacebookTwitterGoogle+LinkedInXING