Fünf Gründe, warum Angestellte kündigen

Achtung, Binsenweisheit: Jedes Unternehmen funktioniert nur so gut, wie seine besten Mitarbeiter – wenn sie denn treu bleiben! Sie zu halten sei wichtiger, als neue Talente zu suchen, meinen die Autoren des Undercover Recruiter. Fünf typische Kündigungsgründe zählten die Londoner HR-Blogger kürzlich auf. Und wie man als Arbeitgeber gegenzusteuern habe.

Von Jens Kügler

Erstens: das liebe Geld. Okay, wir hören zwar von den Generationen Y und Z, das ihnen Anerkennung, sinnvolle Tätigkeiten und die Work-Life-Balance wichtiger seien als das Gehalt. Aber wer will bestreiten, dass die Frage „Wovon lebe ich – und wie gut?“ zu den wichtigsten aller Interessen gehört? Wer seine Spitzenkräfte halten will, muss mindestens soviel zahlen wie der Wettbewerb. Besser mehr. Wer unterdurchschnittlich bezahlt, wird auf die Dauer das Nachsehen haben. Der Verlust des besten Mitarbeiters, der Kompetenz-Ausfall und die Suche nach adäquatem Ersatz dürfte teurer kommen.

Kündigungsgrund zwei: fehlende Entwicklungsmöglichkeiten. Gerade junge Leute möchten sich fortbilden und ihre Fähigkeiten ausbauen. Daher ist es wichtig, einen konstanten Dialog mit ihnen zu führen, um zu erfahren, ob sie in ihrer Jobsituation glücklich sind und wenn nicht, was zu tun wäre. Grund drei ist das Fehlen sinnvoller Tätigkeiten. Wer sich selbst die Frage „Warum arbeite ich eigentlich hier?“ nicht überzeugend beantworten kann, hat im Kopf längst gekündigt. Daher müssen Chefs von ihren Angestellten wissen, was sie zum Arbeiten inspiriert, was sie glücklich macht – und was sie über das Produkt und die Firmenphilosophie denken.

Ein vierter Grund, zu gehen, ist Unselbstständigkeit und fehlende Verantwortlichkeit. Wer sich an seinen stressigen Arbeitstagen auch noch gegängelt fühlt, kann in seinem Job nicht glücklich sein. Daher sollten die Chefs ihren Arbeitnehmern mehr Vertrauen entgegenbringen, ihnen mehr zutrauen – und ihnen Entscheidungsspielräume übertragen.

Grund Nummer fünf ist der Mangel an Anerkennung und Wertschätzung. Die Londoner sprechen sogar vom „lack of love“. Damit ist nicht nur das fehlende Dankeschön oder Schulterklopfen gemeint – oder die Ignoranz und Respektlosigkeit des Führungspersonals. Sondern auch so Einzelheiten wie ein miserabel ausgestatteter oder eingerichteter Arbeitsplatz und natürlich eine schlechtere Bezahlung gegenüber den Kollegen. Das Gespräch darüber, ob sich die Mitarbeiter wertgeschätzt fühlen, sollte offen sein – und vor allem: stattfinden.

Wohlgemerkt: Diese fünf Kündigungsgründe sind weder eine Rangliste noch das Ergebnis irgendeiner Umfrage. Sondern rein aus Erfahrung geschrieben.

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