Gesuchter denn je: die gute Idee

Sie möchten endlich Ihr eigener Chef werden, wissen aber noch nicht, mit welchem Geschäftsmodell? Lassen Sie sich ein bisschen inspirieren …

Was kostet ein weltweit einzigartiger Babyname? Für 28.000 Schweizer Franken können sich Mütter oder Väter von der Textagentur Erfolgswelle einen eigenen Vornamen für ihr Kind kreieren lassen. Der Agenturgründer, Werbetexter und Naming-Spezialist Marc Hauser hatte schon seit über zehn Jahren Produkt- oder Markennamen für Konzerne wie Nestlé oder Alstom entwickelt. Da kam ihm beim Namensstreit eines befreundeten Paares die Idee zu diesem Geschäftsmodell. Eine Pressemitteilung Anfang des Jahres genügte, und schon schrieben Zeitungen aus ganz Europa über das Angebot und führten Interviews mit Marc Hauser – von Paris über London bis Moskau. Die ersten Anfragen haben den Schweizer längst erreicht. Sein Team aus 13 freien Kreativen, Historikern und Marketingleuten entwickelt Ideen und checkt Datenbanken weltweit ab, um zu prüfen, ob die Namensschöpfungen wirklich einzigartig sind. Sie kümmern sich auch um die Zulassung bei den jeweiligen Landesbehörden. Alles im Pauschalpreis inklusive.

Es muss ja nicht gleich eine solch ausgefallene Geschäftsidee sein. Und die vielleicht beste Nachricht ist die, dass Sie als angehender Unternehmer Ihre Idee nicht einmal selbst entwickeln müssen. Auf virtuellen Franchise-Messen bieten Hunderte von Unternehmern ihre Modelle an. Sie suchen Partner, die ein solches Geschäft in einem geschützten Vertriebsgebiet aufbauen. Franchise-Nehmer zu sein hat Vorteile: so profitiert der Gründer von einer etablierten Marke und kann sich vornehmlich auf den Verkauf vor Ort konzentrieren. Denn viele administrative Aufgaben, die überregionale Werbung und oft auch den Einkauf übernimmt die Franchise-Zentrale. Außerdem sind Produkt und Geschäftsabläufe erprobt und haben den Markttest längst bestanden.

Häufig bieten Franchise-Unternehmen zudem sehr schlanke und effiziente Betriebsabläufe. Beispielsweise gibt es Restaurant-Ketten, die sich auf ein beliebtes Produkt in vielen Varianten spezialisieren – seien es Burger, Schnitzel, Flammkuchen oder Fladenbrote mit allerlei Be- und Beilagen. Ähnlich wie in einem Schnellrestaurant ist die Zubereitung standardisiert und es ist noch nicht einmal ein Koch nötig. Innovative Franchise-Ideen gibt es auch außerhalb der Gastronomie. Etwa die mobile Matratzenreinigung für Hotels, Kliniken und Allergiker-Haushalte. Oder die Autoreinigung mit der umweltfreundlichen, wasserlosen Spezial-Reinigungslösung für Freiluft-Autohändler und Werkstätten. Sie alle bieten eine hochspezialisierte Dienstleistung an, die aber schnell erlernbar und auch für Quereinsteiger geeignet ist.

Einer meiner Geschäftspartner besitzt eine kleine Werbeagentur. Er hat festgestellt, dass mittelständische und größere Unternehmen oft mehrere Agenturen beschäftigen und diese umständlich koordinieren müssen: eine Internet-Agentur, eine für Print, eine für Marketing-Strategien und so weiter. Wieder andere kreieren den Messestand oder die Schilder- und Leuchtreklame. Für ein Großunternehmen übernahm er selbst diese Koordinationsfunktion als Dienstleister und gründete eine eigene, zweite Agentur dafür. Sie ist praktisch die Marketingleitung im Outsourcing.

Um das eigene, bestehende Geschäft anzukurbeln oder sich ein Alleinstellungsmerkmal zu schaffen, genügen oft schon kleinere Besonderheiten. Ein befreundetes Hotelier-Paar besitzt ein Vier-Sterne-Hotel in den Alpen, das sich auf Familien mit Kindern spezialisiert hat. Sie haben ein Problem vieler Eltern in Familienhotels erkannt: meistens gibt es Buffet-Restaurants. Und wenn die Kinder ständig zum Buffet laufen, gibt es ein „Verkehrschaos“ und fast nie sitzt die ganze Familie still und gemütlich beisammen. In seinem Hotel führte das Paar ein Familien-Restaurant mit Bedienung ein und erntet dafür viel Dankbarkeit von den Gästen. Die Familien erzählen sich das Erlebte am Tag oder spielen am Tisch, während sie auf das Essen warten. So einfach kann es sein, sich vom Wettbewerb abzuheben.

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