I Don’t Like Mondays

Eine aktuelle Studie scheint zu belegen: In Deutschland grassiert der „Montag-Morgen-Blues“. Fast jeder zweite Deutsche steht zum Wochenbeginn nur sehr widerwillig auf und hasst es, in die Arbeit zu gehen. Grausiger Gedanke.

Von Jens Kügler

„I don’t like Mondays“. Kennen Sie noch den Superhit von Bob Geldof und den Boomtown Rats? Psychologen wissen es: Montags morgens fällt es am schwersten, sich zu motivieren. Eine aktuelle Studie liefert Zahlen dazu. Eine Startup-Initiative namens MondayMakers führte diese Umfrage durch. Das Ergebnis: 42 Prozent gehen montags äußerst ungern zur Arbeit. Die häufigsten Gründe, warum, haben aber komischerweise nichts mit dem Tag zu tun: Die Leute fühlen sich unterbezahlt (rund 35 %), leiden unter zu viel Stress (ca. 33 %), fehlender Wertschätzung (knapp 31 %) oder einem langweiligen Job/Unterforderung (ca. 27 %). Weitere Gründe: Die Chemie mit Chef stimmt nicht und „ich kann mich nicht mit Unternehmenszielen identifizieren“ (je ca. 19 %; Daten laut Statista).

Was, bitteschön, hat all das mit Montag zu tun? All diese Gründe sind Dienstag bis Freitag auch nicht besser! Vielmehr haben deutsche Arbeitnehmer offensichtlich ein Problem mit sich, mit ihren Jobs und ihrer Motivation im Allgemeinen. Offenbar freuen sich alle nur aufs Wochenende und sind frustriert, wenn es vorbei ist und sie nun fünf unendlich lange Tage arbeiten müssen. Demnach müsste sich die Stimmungslage mit jedem folgenden Tag etwas bessern. Um am nächsten Montag wieder ins Tief zu stürzen.

Hey – kann es denn nur vom Wochentag abhängig sein, wie gern und motiviert ich arbeite? Und wie gut?

Klar ist: Hier müssen Hebel angesetzt und in Schalter in den Köpfen umgelegt werden. Arbeitgeber: Überlegt euch mal, wie ihr eure Leute gerade zu Wochenbeginn etwas mehr motivieren könnt. Mehr Motivation heißt: Zufriedenere und produktivere Mitarbeiter. Arbeitnehmer: Denkt mal über den Raubbau an euren eigenen Ressourcen nach. Als Unmotivierte arbeitet ihr nicht nur schlechter, ihr werdet immer unzufriedener und reitet euch Richtung Burnout und Depression. 52 lange Wochen im Jahr, abgesehen vom Urlaub.

Ein paar kleine Anregungen haben wir letztes Jahr schon mal gesammelt, siehe „Bye bye, Montag-Morgen-Blues“ und „Vier produktive Morgen-Routinen“.

Ach ja, ich habe mich am heutigen Montagmorgen auf mein Rennrad gesetzt und bin ins Büro geradelt. Habe dabei ganz nebenbei Punkte für mein Team bei der bundesweiten Online-Initiative „Stadtradeln“ gesammelt. Großer Sport: Meine Stadt München ist auf Platz drei geklettert! Heute Nachmittag, wenn die Sonne durch die Wolken spitzt, packe ich das Notebook mit vollem Akku in den Rucksack und radele hinaus an den See mit dem WLAN-Biergarten. Um dort zu arbeiten. Thema: Tapetenwechsel. Wozu gibt es schließlich Mobilgeräte!

Okay, nicht jeder wird sein Hobby mit seiner Arbeit kombinieren können. Aber denkt doch einfach mal darüber nach, wie viele es könnten. Und wie viele somit schon am frühen Montagmorgen etwas hätten, worauf sie sich im Zusammenhang mit ihrer Arbeit freuten.

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