Ja, ist denn schon Weihnachten?

Kaum, dass einem im Biergarten die Kastanien ins Glas platschen, fängt der Blogger mit Weihnachten an. Wieso? Selbst Aldi und Lidl führen doch noch keine Lebkuchen!

Von Jens Kügler

Nein, der berühmte alte Werbespot mit dem verwunderten Satz von Franz Beckenbauer ist auch nicht wieder aufgelegt worden. Aber heute morgen kam diese E-Mail: „Liebes Team, es ist schon wieder an der Zeit … ich möchte Sie und Euch zu unserem traditionellen Weihnachtsessen einladen!“. Na klar. Der Verfasser möchte die Location rechtzeitig buchen und wissen, wie viele kommen. Er muss es –, denn jene fernen kalten Wochen, die wir hier unten in Bayern die staade (stille) Zeit nennen, sind in Wirklichkeit die Heißesten und Hektischsten. Alle „gescheiten“ Lokale sind dann schon lange ausgebucht, besonders an den beliebten Donnerstagen und Freitagen. Und ein jeder hat dann an den Tagen vorm Fest schon andere Pläne.

Jetzt muss organisieren, wer seinen Mitarbeitern, Kunden und Partnern etwas Besonderes bieten möchte und sicher sein will, dass sie teilnehmen. Im oben beschriebenen Fall nennt sich die Eventlocation Eiswerkstatt am Starnberger See. Ich bin gespannt! Warum nicht auch mal etwas karibisches Flair? In Düsseldorf-Lörick bewirbt sich ein Veranstaltungsort mit solch einem Angebot. Auf Schloss Rheinfels kann man eine „Magie des Winters“ erleben. Im Elbsandsteingebirge lässt sich das „große Weihnachtsspektakel auf der Festung Königstein“ buchen. Und in Hamburg gibt es den Weihnachtszauber in der Speicherstadt. Auch die Boxenstopp-Räume der Rennstrecke Nürburgring, das schicke Münchner Varieté-Theater … all das ist jetzt buchbar. Einfach mal nach Eventlocation-Online-Katalogen googeln!

Soll es mal ein Dinner in intimer Club-Ambiente sein? Kann nicht auch mal ein Themenabend in einer denkmalgeschützten, dezent-hübsch geschmückten und charmanten Industriehalle sein – mit Bühnenshow und interaktiven Wettbewerben? Alles ist möglich, wenn die Zahl der Einzuladenden entsprechend groß ist. Wichtig nur, dass es zur Zielgruppe passt. Die Generation Y amüsiert sich anders als eine 50+-Gesellschaft. Ein paar Tipps entnehme ich aus einem Blogbeitrag, den mein Kollege Hans Schriever neulich veröffentlichte (ja, auch andere Journalisten „weihnachten“ schon!). Statt der typisch pompösen Deko mit Kugeln, Lametta und Glitzerkram empfiehlt er modernen und reduzierten Weihnachtsschmuck. Ein paar pfiffig platzierte Zweige etwa, die den Christbaum ersetzen. Dazu puristisch anmutendes Geschirr in gedeckten Farben wie Erdtönen.

Sein weiterer Tipp: Betreiben Sie „Event-Management“ mit den Kommunikationsmitteln des Digitalzeitalters. Verschmelzen Sie die Kanäle. Planen Sie eine Kampagne schon im Vorfeld, dann sichern Sie sich werbliche Aufmerksamkeit bei der Zielgruppe. Versehen Sie die Veranstaltung mit einem Hashtag. Geben Sie ihr eine eigene Homepage oder Landingpage. Befragen Sie nach der Veranstaltung die Gäste, wie es war, was ihnen am besten gefallen hat und was nicht. Geben Sie ihnen die Möglichkeit zu Kommentaren, denn damit generieren Sie auch kostenlosen Content für Ihr eigenes Google-Ranking. Und Sie wissen, wie Sie Weihnachten 2018 noch besser und erfolgreicher feiern. Last but not least: Die eigene Weihnachtsfeier-Homepage verschwindet nicht aus dem Netz. Auf ihr lassen sich auch lange nach der Feier noch schöne Erinnerungs-Fotos und Videos posten und anklicken.

Soviel zum Thema Weihnachten. Ganz ehrlich: Es ist doch auch ein schöneres Thema als das, worüber am heutigen Tag, dem 25. September 2017, fast alle anderen Kanäle berichten. Finstere Wahlergebnisse von gestern.

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