Niemals aufgeben!

Wer sich Ziele setzt, kann mal verlieren, kommt aber meistens weiter. Und wer sich von Rückschlägen nicht entmutigen lässt, erst recht. Das habe ich selbst sprichwörtlich am „eigenen Leib“ erfahren.

Von Jens Kügler

War das ein Sommer letztes Jahr! – Fast jeden Tag habe ich mittags das Netbook in den Rucksack verfrachtet, mich auf mein Rennrad gesetzt (ich liebe es, die Geschwindigkeit, den „Rausch“!) und bin mit bis zu 40 km/h zum Starnberger- oder Ammersee gesaust, den Wind um die Ohren, den Kopf „frei gespült“ – und habe dort nach rund einer Stunde Fahrt mit neuen, frischen Ideen meine Arbeit mit dem Notebook fortgesetzt. Am See, unterm sonnigen Himmel, mit dem Wettersteinmassiv im Fernblick. Schöner arbeiten geht nicht.

Jetzt, in der kalten Jahreszeit, wird mittags eine Stunde gejoggt und dann geduscht und wieder gearbeitet. Im Home-Office – oder zum kreativen Tapetenwechsel im gemütlichen WLAN-Café nebenan. Zum Joggen bietet der nahe Nymphenburger Schlosspark im Herbst und Winter ein zauberhaftes Bild. Wie die bunten Blätter fallen, so wachsen die Ideen in allen leuchtenden Farben.

Warum ich mein Rennrad und mein Jogging so liebe? Es teilt meinen Arbeitstag in zwei übersichtliche Hälften. Es gibt mir die Gelegenheit, mich physisch zu erfühlen und zu verausgaben – wichtig als Abwechslung. Wichtig als „frischer Wind“. Wichtig für neue, frische und freie Gedanken. Und gut fürs Körpergefühl und Selbstbewusstsein.

Jeder, der seinen Job liebt, hat so ein „Rennrad“. Also etwas, das ihm Motivationsschübe gibt und seinen Arbeitsalltag auflockert, ob es etwas Sportliches oder Virtuelles ist. Davon bin ich überzeugt. Aber damit käme ich auch direkt zum Thema Rückschläge. Auch die können direkt mit dem individuellen Motivator verbunden sein.

Vor genau einem Jahr zwang mich ein Bandscheibenvorfall ins Krankenhaus und unters OP-Messer. Lendenwirbel: keine Kraft und kein Gefühl mehr im rechten Bein! OP geglückt – aber bis Weihnachten lief ich auf Krücken. Danach: Reha, langsame Kräftigung des Beines, allmähliches „Wieder-heran-Trainieren“, fern, fernab von meinen gewohnten Leistungswerten.

Jetzt hätte man denken können: Ich war frustriert, weil erst mal nur so wenig ging und ich eine gefühlte Wahnsinns-Geduld brauchte mit meiner Schwäche und den Krücken. Doch das Gegenteil war der Fall. Ich hatte ein klares Ziel. Im Sommer wieder rennradeln können wie gewohnt. Jeder kleine Fortschritt motivierte mich ungemein! Und? Es wurde wieder so ein Traum-Sommer mit Rennrad, Notebook, Sonne und Seen!

Kurzum: Rückschläge dürfen uns nicht zur Aufgabe zwingen. Wie heißt es so schön: Wenn du aufgibst, kapitulierst du. Wenn du nicht aufgibst, wirst du niemals geschlagen. Neulich las ich ein Interview mit einem ehemaligen Spitzensportler, der heute im Beruf sehr erfolgreich ist. Er wurde gefragt, ob er eine Parallele zwischen Durchhaltevermögen im Job und im Sport sähe. Seine Antwort: Ja, denn wer sich große Ziele stecke, müsse bereit sein, die – wie er sagte – „Extra-Meile“ zu gehen. Und sich weder von Herausforderungen noch Rückschlägen aufhalten zu lassen. Nur so werde er am Ende gewinnen.

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