Power-Plus statt Januar-Blues (2): Wie wir uns selbst motivieren können

Den angeblich schneeweißen Januar sehen wir in Wirklichkeit meist grau. Die Zeit der Feiertage ist vorbei. Urlaub ist nicht mehr in Sicht. Es gibt kaum noch Anlässe, auf die sich die meisten Menschen freuen. Und außerdem ist das Geld knapp nach all den Geschenk- und Reisekosten. Keine gute Zeit also, um die jährlich neu gefassten „guten Vorsätze“ zu verwirklichen? Doch. Lesen Sie Teil zwei der Tipps Tipps gegen den „Januar-Blues“.

Von Jens Kügler

Was können Sie, ich, Ihre Mitarbeiter – ja, wir alle – tun, um sich und uns gerade jetzt zu motivieren? Ein paar Beispiele.

Schieben Sie sich selbst an. Denken Sie an das Auto, das nur mit Ihrer Hilfe aus der verschneiten Parklücke herauskommt. Geben Sie sich den Ruck und blenden Sie bewusst für einige Zeit alle Zweifel, negativen Gedanken und abwertenden Feedbacks aus. Denn Negatives bremst aus. Setzen Sie ruhig einmal Scheuklappen auf und fokussieren Sie sich auf alles Positive an Ihnen und Ihrer Arbeit. Vielleicht eine Woche, vielleicht zwei Wochen lang – und Sie schwimmen mental wieder soweit obenauf, dass Sie auch Rückschläge und Durststrecken verkraften.

Machen Sie sich ein Bild von Ihrem Ziel. Wie würden Sie im Spiegel mit zehn Kilo weniger aussehen? Wie fühlt sich das Produkt an, dass Sie in zwei, drei Wochen fertiggestellt haben sollen oder möchten? Stellen Sie sich das Vorhaben, das Arbeitsergebnis einfach bildlich statt abstrakt vor. Bilder erzeugen Emotionen. Emotionen setzen Energien frei.

Bauen Sie Druck auf und kanalisieren Sie ihn. Kennen Sie das heimliche Leitmotiv aller Menschen, die nicht durch übermäßig eiserne Disziplin geprägt sind? Es lautet in etwa „Druck erzeugt Arbeit“ und erklärt, warum wir am Anfang eines Projektes gern lässig trödeln und am Ende oftmals schuften. Dann kennen Sie vielleicht auch das Gefühl, dass Zeitdruck und Deadlines durchaus motivierende Momente erzeugen können. Wieso? Weil wir mit jeder einzelnen Hürde vor der Deadline, die wir erfolgreich nehmen, an „Fahrt“ und Selbstvertrauen gewinnen. Deshalb kann es sinnvoll sein, durchaus erst dann zu starten, wenn der Druck langsam spürbar wird, – und sich die Arbeitsstrecke in kleine, erreichbare Etappenziele einzuteilen.

Sorgen Sie für Wettbewerb untereinander. Orientieren Sie sich an jenen Kollegen unter Ihnen, die heimliche Vorbilder oder stille Motivatoren für Sie sind. Jene, mit denen Sie sich in guten Zeiten gerne messen. Tauschen Sie sich über Erreichtes aus und lassen Sie sich mitreißen. Haben Sie bereits geschafft, woran Ihr Kollege noch zu arbeiten hat? Weiter so!

Zelebrieren Sie jeden einzelnen Erfolg. Machen Sie es wie das „Tier im Tor“: Klaus Thomforde. Der erfolgreiche Bundesliga-Torwart des FC St. Pauli aus den 90er-Jahren reckte bei jedem gehaltenen Ball die Faust in den Himmel und führte Gesten aus, die dem Jubel von Torschützen glichen. Jeder Erfolg – und sei er noch so selbstverständlich – ist eine Leistung, für die wir uns selbst belohnen sollten. Die geballte Faust hat die Kraft der Suggestion. Immer wieder angewendet, wird sie verinnerlicht und geht mit Glückshormonen einher. Machen Sie es wie Klaus Thomforde, das „Tier im Tor“!

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