Team-Faktor Firmenfitness

Sportangebote für Mitarbeiter fördern nicht nur die Gesundheit und Motivation. Regelmäßig in der Gruppe praktiziert, sind sie die wohl besten aller Teambuilding-Maßnahmen. Und wer im Sport vorangeht, offenbart sich dann oft auch im Unternehmen als einer derjenigen mit der größten Einsatzfreude. Hier wie dort zieht er die weniger Engagierten mit.

Eigentlich darf Firmenfitness nicht davon abhängen, wie sportbegeistert die Geschäftsleitung ist. Es ist aber der reinste Segen für alle, die aktiv sein wollen, wenn der Chef sich selbst als Sportler zeigt. Ein Beispiel: Mehrere Jahre lang durfte ich für ein Münchner E-Commerce-Unternehmen arbeiten. Als das Unternehmen wuchs, zog es von der City in ein Großraumbüro am Stadtrand. In der Nähe befand sich ein Waldstück mit Trimmpfad. Also ließ der Geschäftsführer einen Duschraum ins Büro einbauen und engagierte einmal pro Woche für eine Stunde als verlängerte Mittagspause einen befreundeten Personal Trainer. Vor allem aber bot er uns Mitarbeitern an, teilzunehmen und mit ihm plus Trainer die Runde über den Pfad zu laufen. Aus der Belegschaft von ca. 20 Mitarbeitern fand sich regelmäßig eine Runde aus fünf bis sechs Männern und Frauen zum wöchentlichen Lauftreff mit Trimmdich-Stationen und Motivation durch den Coach.

Die gemeinsame Sportrunde brachte uns Teilnehmenden nicht nur ein Plus an Kondition. Es machte so viel Spaß in der Gruppe, dass uns weder Hitze, Schnee noch Regen von der wöchentlichen gemeinsamen Trainingseinheit abhielten. Manche Situationskomik, die sich bisweilen bei den Übungen ergab, wurde sprichwörtlich zum „Running“ Gag. Und allmählich bildete sich aus uns vorher einander relativ Fremden ein Team aus befreundeten Kollegen heraus. Das Unternehmen gibt es nicht mehr, aber wir fünf netzwerken immer noch und treffen uns gelegentlich zum Sport.

Dieses Beispiel verdeutlicht, wie einfach sich Firmenfitness und Teambuilding zumindest für jenen Teil der Belegschaft verwirklichen lassen, der freiwillig mitzieht. Aber ich behaupte mal, dass diejenigen, die sich hier als team- und begeisterungsfähig outen, ohnehin zu den treibenden Kräften im Unternehmen gehören und den Passiveren Anstöße geben. Daher ist es wichtig, sie ans Unternehmen zu binden – auch mit Sportangeboten. Denn über diese lässt sich weitaus mehr bewegen als nur die vielbeschworene Gesundheitsprävention am Arbeitsplatz.

Möglichkeiten für Sportangebote im Unternehmensumfeld gibt es fast unbegrenzt. Konzerne oder ihre Belegschaften gründen oft sogar eigene Sportvereine. Und dabei muss nicht gleich ein Champions-League-Club wie Bayer 04 Leverkusen entstehen. Vorbilder sind eher Vereine wie der SV Weiß-Blau Allianz München mit Breitensport-Angeboten wie Fußball, Tennis, Basketball oder Laufsport. Doch was können kleine und mittelständische Unternehmen tun?

Für viele Fitness-Studios lassen sich zum Beispiel Gruppen-Abonnements für Mitarbeiter aushandeln. Ist genügend Platz im eigenen Gebäude vorhanden – zum Beispiel im Keller –, kann dort ein Fitnessraum installiert werden. Und es spricht gar nichts dagegen, dass sich das Unternehmen an Sport-Events vor Ort nicht nur als Sponsor engagiert. Das eigene Firmenteam beim Stadtlauf trägt nicht nur das Logo auf den Laufshirts werbewirksam ins Publikum. Vielmehr wird das Team auch für sein Unternehmen kämpfen wollen – um den Sieg oder die vordersten Plätze und damit um die Anerkennung durch Belegschaft und Geschäftsführung.

Die Firmenläufe, die jährlich in vielen deutschen Großstädten stattfinden, erfreuen sich extrem steigender Beliebtheit. Mit Begeisterung laufen hier Zehntausende als Teams in den Farben ihrer Firma. Und sogar jene, deren Sportbegeisterung oder Fitness sich allgemein in Grenzen hält, lassen sich anstecken und laufen so lange sie können mit. Am Schluss sind alle stolz auf ihre Leistung – und die Partys danach bleiben ewig in Erinnerung. Gibt es eine positivere Art der emotionalen Bindung ans Unternehmen?

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